Wetterspiele zum ADAC-Masters-Weekend am Sachsenring

Ob Gewitterguss oder blauer Sonnenhimmel, am dritten Rennwochenende  der Saison bekamen Rennfahrer und Zuschauer alles geboten. Die „kleine Nordschleife“, wie der Sachsenring wegen seiner vielen Kurven und Höhenunterschiede im Automobilfahrerlager gerne bezeichnet wird, konnte damit sogar mit dem üblichen Wetter seines gleichaltrigen Pendants in der Eifel aufwarten.

ADAC-GT-Masters:

Strahlender Sonnenschein - Mies/Rast führen vor Armindo/Engelhardt und Sandritter/Klingmann
Strahlender Sonnenschein – Mies/Rast führen vor Armindo/Engelhardt und Sandritter/Klingmann

Vier verschiedene Laufsieger hatte es während der ersten beiden Rennwochenenden in Oschersleben und Spa gegeben. Im fünften Rennen hätte sich gern ein weiteres Team in die Siegerliste eingetragen. Die beste Ausgangsposition ging allerdings an den Abt-Audi von Christopher Mies und René Rast, die bereits in Oschersleben ganz oben auf dem Podest standen.

Sie gewannen auch den Start und führten das Feld souverän an. Frank Kechele im Ford GT kämpfte sich zwar mit einer beherzten Fahrt nach vorn, ein Ausrutscher mit über 200km/h in der schnellen Bergaufpassage nach der Karthalle beendete jedoch die Chancen der amerikanischen Flunder. So konnten Mies und Rast einen relativ ungefährdeten Sieg heimfahren. Die verbleibenden Podestplätze machten nun der Porsche 911 von Armindo/Engelhardt und der BMW Z4 von Klingmann/Sandritter unter sich aus. Bis zur Zielflagge steckte der Schubert-Z4 im Heck des Zweitplatzierten. Der erfahrene Nicolas Armindo wusste dabei seine Erfahrung auf dem engen Sachsenring auszuspielen und ließ Klingmann keine Chance für ein Überholmanöver. Beim drittplatzierten Team freute man sich dennoch über den ersten Podestplatz von Max Sandritter, der zum ersten Mal mit Jens Klingmann antrat, nachdem Jörg Müller verletzungsbedingt ausfiel.

Nach dem Gewitterguss - Baumann/Hürtgen mit freier Sicht, dahinter Sandritter/Klingmann
Nach dem Gewitterguss – Baumann/Hürtgen mit freier Sicht, dahinter Sandritter/Klingmann

Am Sonntag kam es noch besser für Jungs vom Oscherslebener Schubert-BMW-Team. Nachdem man schon das Warm-up als schnellste Mannschaft abschloss, ging es von der Pole-Position in den zweiten Lauf. Pünktlich zum Sonntagslauf des ADAC-GT-Masters zog ein starkes Gewitter auf und zwang die Rennleitung das Rennen zu verschieben. Das Donnergrollen der Motoren blieb aus, stattdessen echter Donner und Blitzeinschläge rund um den Kurs. Wenig später hielt der Starkregen auf, der Kurs war für das zweite Rennen allerdings gut bewässert. Dank ausgeklügelter Elektronik ist der BMW Z4 im Nassen eine Klasse für sich. Das zeigten auch Claudia Hürtgen und Dominik Baumann im zweiten Schubert-BMW. Gleich am Start schob sich Baumann von Position drei aus an die Spitze, gefolgt von Klingmann im Schwesterauto. Eine hektische Boxenstoppphase, bei der neben den Fahrern auch die Reifen gewechselt werden mussten, kündigte sich an. Nur zwei Mechaniker pro Wagen sind für diese Aufgabe zugelassen und nicht bei allen Teams lief der Reifenwechsel reibungslos. Doch weder Schubert noch Abt leisteten sich einen Schnitzer und hielten auch die Mindeststandzeit ein.

Erster GT-Masters-Sieg: Max Sandritter
Erster GT-Masters-Sieg: Max Sandritter

Allerdings tauschten die Schubert-BMW ihre Positionen: Max Sandritter hatte nun wieder die Führung vor Claudia Hürtgen inne. Teamintern hielt man sich bis zum Ziel zurück und fuhr den Doppelsieg sauber heim. An dritter Stelle kamen die Sieger des Vortages, Mies und Rast nahmen auf Rang drei wieder Pokale und vor allem Punkte für die Meisterschaft mit.

Gewannen gleich beim Einstand die Gentlemen-Wertung: Gerd Beisel und Sven Barth
Gewannen gleich beim Einstand die Gentlemen-Wertung: Gerd Beisel und Sven Barth

ATS-Formel-3-Cup:

Marvin Kirchhöfer
Marvin Kirchhöfer

Für den Leipziger Marvin Kirchhöfer ist der Sachsenring fast ein Heimspiel. Der ADAC-Formel-Masters-Sieger aus 2012 und aktuelle Tabellenführer des ATS-Formel-3-Cups gewann, wie schon zum Saisonauftakt, zwei Rennen. Dazu gab es Extrapunkte für die Pole-Position und schnellste Runden.

Bernsdorff (2) schießt gleich Jäger (9) ab
Bernstorff (2) schießt gleich Jäger (9) ab

Emil Bernstorff siegte im zweiten Rennen am Samstagnachmittag. Am Sonntag leistete sich der Brite einen Fehler in der ersten Runde, schoss Thomas Jäger ab und blieb im Kiesbett stecken. In der Gesamtwertung verlor er somit an Boden auf seine Teamkollegen Kirchhöfer und Bernstorff.

ADAC-Formel-Masters:

Harter Kampf in der letzten Runde der ADAC-Formel-Masters
Harter Kampf in der letzten Runde der ADAC-Formel-Masters

Als Tourenwagenpilot hat der vierfache DDR-Meister Peter Mücke noch gute Erinnerungen an den „alten“ Sachsenring. An diesem Wochenende konnte er diesen neue hinzufügen.  Mit Hendrik Grapp und Maximilian Günther feierte der Berliner gleich einen Doppelsieg seiner Piloten im ersten Rennlauf. Das zweite Rennen ging an den Belgier Alessio Piciarello, der ebenfalls aus dem Mücke-Rennstall kommt. Nach einem spektakulären Überschlag von Callan O´Keeffe musste das Rennen zunächst mit dem Safety-Car neutralisiert werden. Die letzte Runde wurde dann wieder fliegend in Angriff genommen, wodurch Beitske Visser vom Podium noch bis auf den siebenten Platz durchgereicht wurde.

Erster Formel-Masters-Sieg: Beitske Visser
Erster Formel-Masters-Sieg: Beitske Visser

Am Sonntag revanchierte sich die Red-Bull-Juniorin und ging vom zweiten Startplatz gleich einmal in Führung. Auf der regennassen Strecke drehten sich mehrere Fahrer in der ersten Runde ins Aus, was die Rennleitung zur Einsetzung des Safety-Cars veranlasste. Ein weiteres Unwetter, das sich über die Rennstrecke schob, veranlasste die Rennleitung das Rennen nach zehn Minuten ganz abzubrechen. Nach nur einer Runde im Renntempo gab es dennoch volle Punktzahl, da mehr als 50% der Rennzeit abgelaufen waren. Beitske Visser gewann somit ihr erstes ADAC-Formel-Masters-Rennen vor Hendrik Grapp und Jason Kremer. Der Dresdener Florian Herzog, der in der Woche vor dem Rennen noch bei der Hochwassersicherung seiner Heimatstadt aushalf, wurde vierter und konnte so sein bestes Saisonergebnis feiern.

ADAC-Procar:

Sieg und zweiter Platz: Jens Weimann
Sieg und zweiter Platz: Jens Weimann

Eine regennasse Strecke fanden auch die Fahrer der ADAC-Procar für ihren ersten Lauf am Sonntagmorgen vor. Nach dem Start hinter dem Safety-Car fuhr ex-Meister Johannes Leidinger im Engstler-BMW  einen ungefährdeten Sieg vor Titelverteidiger Jens Weimann ein. Ardi van der Hoek fuhr seinen BMW 320si auf den dritten Platz. Den zweiten Lauf am Nachmittag gewann Weimann, während Leidinger mit technischem Defekt aufgeben musste. Der Schweizer Markus Huggler und Guido Naumann komplettierten das Podest. In der Division zwei bis 1600ccm feierte David Griessner einen Doppelsieg für ETH-Tuning und liegt in der Meisterschaft jetzt nur noch zwei Punkte hinter Tabellenführer Ralf Glatzel.

Mini Trophy:

Mit einem Sieg und einem vierten Platz standen für Steve Kirsch die gleichen Platzierungen wie zum Saisonauftakt in der Motorsportarena Oschersleben zu buche. Der Siegerschampus vor heimischer Kulisse dürfte dem Hohenstein-Ernstthaler dabei noch etwas besser geschmeckt haben. Lange Zeit sah es sogar so aus, als ob Kirsch auch im zweiten Lauf auf das Podium fahren könnte, doch in einem engen Rennen musste er sich Nico Bastian, André Fleischmann und Jürgen Schmarl geschlagen geben.

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