Course de Côte d´Abreschviller – Bergrennen auf Französisch

Nicolas Schatz – Zum zweiten Mal in Folge Tagessieger in Abreschviller, zum Streckenrekord reichte es dagegen nicht

50 Kilometer westlich von Strasbourg, mitten im Elsass, liegt Abreschviller, der dritte Austragungsort der diesjährigen französischen Automobil-Bergmeisterschaft. Die Elite der starken Bergrennfahrer der „Grande Nation“ und dazu Fahrer aus dem benachbarten Luxemburg, Deutschland und der Schweiz hatten sich im kleinen Ortsteil Lettenbach versammelt, wo der ca. 2,1 Kilometer kurze Bergrennkurs startet. Vorjahressieger Nicolas Schatz (FRA/Reynard Nippon) war angetreten den Rekord von 48,144 Sekunden zu verbessern. Aufgestellt wurde dieser 2010 vom französischen Ausnahmefahrer Lionel Régal, der in Abrschviller zwischen 2002 und 2010 sieben Mal den Tagessieg errang. Im August 2010 verlor Régal beim EM-Lauf im schweizerischen St. Ursanne sein Leben, was sich für die Strecke in Abreschviller in Form einer Schikane für das 2011er Rennen auswirkte. Ziel war es die Höchstgeschwindigkeit zu senken und mehr Sicherheit zu schaffen. Das Ergebnis war ein Rennen mit so vielen Zwischenfällen an besagter Schikane, dass man sich für dieses Jahr dafür entschied, das Rennen wieder ohne Schikane auszutragen.

David Hauser mit dem regenbereiften Dallara GP2

Dumpfes V8-Grollen statt hoch drehendem Sauger – Sébastien Petit im Norma mit BMW-Power

Neben Nicolas Schatz hatte auch Sébastien Petit ein Auge auf den Gesamtsieg geworfen. Petits Handycap: Er war erst zum Anfang der Saison vom Formel 3000 auf einen, nach dem französischen CN+Reglement aufgebauten, Norma M20 FC umgestiegen. Gesellschaft beim Kampf um den Tagessieg sollten die beiden Franzosen durch die Luxemburger Guy Demuth (Osella FA30) und David Hauser (Dallara GP2) bekommen. Der erst 23jährige Hauser ist jedoch ebenfalls mit neuem Arbeitsgerät in die Saison gestartet und zudem der Erste der sich mit einem modernen GP2-Rennwagen an den Berg wagt.

Anders als in Deutschland, wird der Tagessieger in Frankreich nicht durch Addition der Laufzeiten ermittelt, sondern durch die schnellste gefahrene Zeit. Und so war der Gesamtsieg in Abreschviller bereits nach zwei Durchläufen an Nicolas Schatz vergeben, da es pünktlich zum dritten und letzten Wertungslauf leicht zu regnen begann. Trotzdem rückten alle Favoriten noch einmal aus, denn in den einzelnen Läufen gibt es Punkte für die Gesamtmeisterschaft einzufahren. Hektik war im Vorstartbereich angesagt. Der Regen wurde nun immer stärker. Da vielen Fahrern die Zeit für einen Räderwechsel fehlte, war von Slicks über geschnittene Slicks bis zum Regenreifen alles vertreten. Schließlich hatte Schatz auch im Regen die Nase bei den Renn- und Sportwagen vorn, vor Alban Thomas (Lola B99-50), der als einziger auf geschnittene Slicks setzte.

Patrik Zajelsnik auf dem schnellsten Stück der Strecke, wo Spitzengeschwindigkeiten von weit über 200 km/h erreicht werden

Das Siegerpodest machten nach drei Wertungsläufen Nicolas Schatz (49,075), Sébastien Petit (50,114) und Guy Demuth (50,723) unter sich aus. Ihnen folgten Alban Thomas (50,769) und David Hauser (51,315). Als Sechster im Gesamtklassement und stärkster Deutscher glänzte Patrik Zajelsnik im Norma M20 F V8. Der Freiburger, der mit slowenischer Lizenz startet, ließ dabei einige der stärkeren Formel-3000-Rennwagen hinter sich.

Tourenwagensieger – Nicolas Werver im Cup-Porsche

Mit seiner Siegerzeit von 49,075 Sekunden deklassierte Nicolas Schatz Sébastien Petit zwar um mehr als eine Sekunde, von Lionel Régals Rekord war er jedoch weit entfernt. So wird Régal in den Rekordbüchern von Abreschviller und zahlreichen anderen Bergen Frankreichs noch einige Zeit weiter leben.

Andy Jordan

Andy Jordan

andyjordan@motorrennsportarchiv.de

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