10. Speedweek – Suzuki siegt mit fehlerlosem Rennen

Startschuss zum zehnten 24-Stunden-Rennen in der Motorsport Arena Oschersleben – 54 Teams stellten sich der Herausforderung der Speedweek

Mit 24 fehlerlosen Rennstunden fuhr die Weltmeistermannschaft von Suzuki Endurance Racing Team zu einem grandiosen Sieg bei der zehnten Speedweek in der Motorsport Arena Oschersleben. 905 Runden spulten Vincent Philippe, Matthieu Lagrive und Julien da Costa ohne Probleme ab und sorgten damit für einen neuen Rundenrekord für das 24-Stunden-Rennen auf der 3,667 Kilometer langen Strecke. Nachdem viele Favoritenteams noch am Samstagabend mit Problemen zu kämpfen hatten, konnten die Franzosen schnell einen Vorsprung auf ihre Verfolger herausfahren. Kawasaki-France und Yamaha-Austria konnten trotz der schwierigen Anfangsphase in der Nacht und am Sonntagmorgen wieder in Podestnähe fahren. Eine starke Vorstellung zeigte auch BMW, die beide mit beiden Werks-Boxer das Rennen in den Top-10 der Gesamtwertung beendeten.

Endurance-WM:

Suzuki-Endurance gewinnt den Start und sichert sich mit der richtigen Reifenwahl wichtige Sekunden

In den Qualifikationstrainings der Langstrecken-Spezialisten deutete alles auf einen spannenden Schlagabtausch zwischen dem Suzuki Endurance Racing Team und dem Team Kawasaki France hin. Mit einer Zehntelsekunde Vorsprung sicherten sich die Grünen die Pole Position vor dem erfolgreichen Suzuki-Werksteam. Dahinter nahmen Yamaha Austria, Endurance Moto 38 und das überraschend schnelle, spanisch besetzte Qatar Endurance Team Aufstellung. Auf den Plätzen sechs und sieben starteten das Team Bolliger Switzerland und Phase One Endurance, für die Stefan Nebel die schnellste Trainingsrunde drehte.
Der Start des Rennens ist bei den 24 Stunden von Oschersleben immer ein faszinierendes Schauspiel. Diesmal richteten sich jedoch viele Blicke in Richtung Himmel. Die Strecke war noch nass, der Regen hatte sich aber schon verzogen und es trocknete langsam ab.

Suzuki Schweden war nur eines von vielen Opfern der hektischen Anfangsphase des 24-Stunden-Rennens

Pünktlich um 15 Uhr erfolgte der Start zum zehnten 24-Stunden-Marathon in der Börde. Erwartungsgemäß gingen Kawasaki-France und Suzuki-Endurance im Sprinttempo zur Sache.
Schnell herrschte auch in der Boxengasse hektische Betriebsamkeit, als die ersten Teams Reifen wechselten. Der Asphalt der Motorsport Arena trocknete unter den 54 gestarteten Motorrädern rasch ab und war damit wieder für flotte Rundenzeiten gut. Kawasaki-France verlor dabei einen Stopp auf die neuen Spitzenreiter, das Suzuki-Werksteam.

Nach 4 Stunden stand für das Team Kawasaki France die erste Reparaturpause auf dem Programm

Yamaha-Austria war wohl das prominenteste Opfer der überaus hektischen Startphase. Igor Jerman legte die R1 auf der Start- und Zielgeraden ab und sorgte damit für die erste Safety-Car-Phase. Ein kurzer Weg zur Box und eine schnelle Mechanikercrew halfen die Maschine mit wenig Zeitverlust wieder auf die Strecke zu bringen. Kurz darauf musste mit dem Bolliger-Team ein weiterer Favorit zu Boden. Das PS-LSL Team mit Jürgen Fuchs, Arne Tode und Philipp Hafeneger brachte die 675 Kubikzentimeter schwache Triumph Daytona in dieser Phase sogar bis auf den vierten Gesamtrang vor. Später fiel man aber durch einen Sturz weit zurück und schied in der Nacht aus.
An der Spitze drehten Suzuki-Endurance und Kawasaki France im Abstand von einer halben Minute kontinuierlich ihre Runden. Phase-One-Endurance hatte auf Position drei schon drei Runden Rückstand. Kurz nach 19 Uhr war dann für Kawasaki France die Verfolgungsjagd erst einmal vorbei. Gwen Giabbani hatte die ZX10R im Kiesbett der Zielkurve versenkt. Nach 15-minütiger Reparatur kam man außerhalb der Top-10 zurück auf die Piste. Ein weiterer Sturz in den Abendstunden bremste die Trainingsschnellsten zusätzlich ein.

Während andere Favoriten strauchelten, lieferte Suzuki-Endurance eine fehlerlose Vorstellung ab

Das Suzuki Endurance Racing Team mit Vincent Philippe, Matthieu Lagrive und Julien da Costa ging mit einem dicken Polster auf Phase-One und Yamaha-Austria, die sich von ganz hinten wieder durch das Feld gearbeitet hatten, in die Nacht.
Als die Sonne über der Motorsport Arena wieder aufging, hatte Suzuki-Endurance seinen Vorsprung gegenüber Phase-One bis auf acht Runden ausgebaut. Kawasaki-France war mit Position vier schon wieder in die Nähe eines Podestplatzes gerutscht. Überraschend stark zeigte sich BMW. Beide Werksmotorräder der Klasse Open waren in den Top-10 platziert, das Team um Thomas Hinterreiter, Rico Penzkofer und Markus Barth fuhr den Boxer am späten Vormittag sogar auf den fünften Platz der Gesamtwertung vor.

Kein Glück für Phase One und Stefan Nebel – Motorschaden nach 21 Stunden

Um 12 Uhr, nur drei Stunden vor dem Fallen der Zielflagge musste die Zweitplatzierte Phase-One-Yamaha mit Stefan Nebel dann aufgeben. Zunächst war man mit Kupplungsproblemen in die Box gefahren, wenig später bedeutete ein Motorschaden an der Yamaha das Aus für das englische Team. Suzuki-Endurance hatte damit nun beruhigende zehn Runden auf das Team Yamaha-Austria. Die Österreicher gerieten jedoch mehr und mehr unter Druck von Kawasaki-France. Nur eine Runde trennte die Teams eine Stunde vor Rennende, als die zweitplatzierte Yamaha plötzlich mit einem überhitzten Motor wichtige Minuten in der Box verlor. Damit rutschte man hinter das Kawasaki-Team ab und beendete das Rennen als Dritter.
Dank einer fehlerlosen Vorstellung durfte sich das Suzuki Endurance Racing Team am Sonntag um 15 Uhr zu Recht als Sieger feiern lassen. Mit 905 Runden fuhren die Franzosen bei der Jubiläums-Speedweek einen neuen Rundenrekord für das 24-Stunden-Rennen in der Börde. Acht Runden betrug zum Schluss der Vorsprung auf Kawasaki-France. Yamaha-Austria rettete den Dritten Platz ins Ziel. Hinter Bolliger Switzerland durfte sich BMW mit Hinterreiter/Penzkofer/Barth nicht nur über den Klassensieg, sondern auch über einen hervorragenden fünften Gesamtrang freuen. Auch die zweite Werks-Boxer-BMW lief mit dem neunten Rang problemlos in den Top-10 ein. Weltmeisterschaftspunkte gibt es für diese Leistung leider nicht, da die BMW R1200S nur in der Open-Klasse zugelassen ist.

Auch diese drei Schönheiten brachten dem Team Yamaha-Austria kein Glück – Den sicher geglaubten zweiten Platz verloren die Österreicher in der letzten Stunde

Starkes Rennen der Werks-Boxer von BMW und Doppelsieg in der Open-Klasse

Das Team RMT 21 Racing belegte mit Matti Seidel, Henrik Meyer und René Raub in der Superbike-Klasse den sechsten Platz und sah im Gesamtklassement als elftes Team die Zielflagge, nachdem man sich in der Anfangsphase lange unter den besten zehn halten konnte.

ADAC-Junior-Cup:

Premierensieg im ADAC-Junior-Cup für Pepijn Bijsterbosch

Beim sechsten Saisonrennen des ADAC-Junior-Cups gewann der Pepijn Bijsterbosch seinen ersten Lauf. Auf der abtrocknenden Motorsport Arena hielt sich der 17-jährige Niederländer im Kampf um die Spitze zunächst zurück. Katrin Meyer, von Startplatz 17 gestartet, erwischte den besten Start und setzte sich in Führung. Nach der Hälfte des Rennens konnte sie die Zeiten der Konkurrenz aber nicht mehr mitgehen. Bijsterbosch holte auf die Spitzengruppe bis zu vier Sekunden pro Runde heraus, setzte sich in Führung und flog dem Feld auf und davon. Drei Runden vor Schluss zeigte der Holländer noch einmal Nerven und fiel bis auf Position drei zurück. Mit Ben Gädke und Toni Finsterbusch hatten nun zwei Sachsen beste Siegchancen. Bijsterbosch gab jedoch nicht auf und setzte sich in letzter Sekunde an Gädke vorbei und gewann mit nur 13 Tausendstelsekunden Vorsprung. Dahinter sicherte sich Toni Finsterbusch ebenfalls mit nur 36 Tausendstelsekunden den letzten Podestplatz gegen Luca Grünwald. Grünwald führt bei noch zwei ausstehenden Rennen in der Meisterschaft mit 14 Punkten Vorsprung auf Ben Gädke.

Yamaha-Cup:

Thomas Rebien heißt der 30. Meister des Yamaha-Cups

Thomas Rebien heißt der Gewinner des Yamaha-Cups 2007. Der Däne feierte beim siebenten Lauf im Rahmen der Speedweek seinen fünften Saisonsieg und sicherte sich damit vorzeitig den Titel. Auf der nassen Strecke profitierte der Däne von einem Fehler seines Teamkollegen Sören Jakobsen, der im Kampf um die Führung unter den schwierigen Bedingungen ausrutschte. Der Trainingsschnellste Dominik Vincon belegte den zweiten Platz, nachdem Filip Altendorfer auf der Jagd nach dem Sieg in der letzten Runde zu viel riskierte. Rino Caluzi komplettierte das Podest als Dritter.

Seitenwagen Eurocup:

Die Sieger der Seitenwagen-Eurocup-Läufe Kurt Hock und der querschnittsgelähmte Johan Reuterhold nach dem zweiten Lauf

Zwei Läufe zum Eurocup der Seitenwagen waren bei der Speedweek am Donnerstag und Freitag angesetzt. Lauf 1 gewannen die Trainingsschnellsten Johan Reuterhold und Co-Pilot Mika Ikonen (ART-Suzuki). Platz zwei belegten die Franzosen Barbier/Lelias (LCR-Suzuki) vor Knapton/Miller (Baker-Suzuki). Die Deutschen Gespanne Eilers/Freund und Hock/Becker fielen mit technischen Defekten aus.
Am Freitag fuhr Kurt Hock dann im reparierten Eigenbau-Gespann zum sicheren Sieg und verwies Reuterhold auf den zweiten Platz. Den dritten Platz belegten Bevers/Vermeer (RCN-Yamaha) aus den Niederlanden.

Gäste von der Insel – John Holden und Andy Winkle mit ihrem F2-Gespann

Holden/Winkle, die IOM-TT-zweitplatzierten dieses Jahres, belegten mit ihrer Honda 600 zwei Mal den fünften Platz und gewannen damit jeweils die Wertung der F2-Gespanne.
Nächste Station für den Seitenwagen Eurocup ist der Mondello Park in Irland, bevor das Saisonfinale wie schon in den letzten Jahren auf dem Straßenkurs von Frohburg am 30. September ausgetragen wird.

European Women´s Cup:

Nina Prinz sicherte sich in Oschersleben den Titel im UEM European Women´s Cup

Nina Prinz gewann den letzten Lauf zum UEM Women´s Cup und steht damit als Europameisterin der 1000er-Klasse 2007 fest. Auf der nassen Motorsport Arena war nur die Niederländerin Iris ten Katen auf ihrer Honda CBR 600 schneller unterwegs und gewann damit Rennen und Titel in der Klasse bis 600 Kubikzentimeter.

European SuperMono:
Der European SuperMono-Lauf in der Motorsport Arena Oschersleben war fest in deutscher Hand. Manfred Kehrmann (BMW) gewann das Regenrennen souverän vor Stefan Meiners (Yamaha) und Rainer Achenbach (BMW Bimota).

„Die Heuluecher“ sorgten für gute Stimmung bei den Fans

KTM Super Duke Battle:
Schon immer ein Teil der Speedweek ist der KTM Duke Battle, der seit diesem Jahr mit der neuen KTM Super Duke ausgetragen wird. Lauf 1 gewann Thomas Hoemke nach einer bemerkenswerten Aufholjagd. Das zweite Rennen ging an Rainer Determann, der im Nassen einen souveränen Sieg einfahren konnte.

Andy Jordan

andyjordan@motorrennsportarchiv.de

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