ADAC GT Masters Sachsenring: Philip Geipel stiehlt den Favoriten die Show

Sachsens Formel-1-Hoffnung Marvin KIrchhöfer unterhielt die Fans mit Demorunden.

Sachsens Formel-1-Hoffnung Marvin KIrchhöfer unterhielt die Fans mit Demorunden.

12.000 Zuschauer sahen beim ADAC Masters Weekend auf dem Sachsenring nicht nur spannende Rennen, sondern auch Showrunden des Leipziger GP2-Piloten Marvin Kirchhöfer. Eigens für Präsentationsfahrten am Samstagnachmittag brachte Carlin Motorsport den über 600 PS starken Dallara-Rennwagen nach Sachsen, bevor in zwei Wochen die GP2-Saison in Barcelona beginnt.

ADAC GT Masters:
Ronald Dobmeier war der Mann mit den meisten Führungskilometern in so gut wie allen Rennen des Wochenendes. Der Pilot des Safety-Cars hatte alle Hände voll zu tun, denn der anspruchsvolle Sachsenring sorgte für reichlich Zwischenfälle. Doch die zahlreichen Unterbrechungen hatten auch etwas Gutes: selten war ein Rennen vor der letzten Runde entschieden. So war es dann auch eine Safety-Car-Phase, die den ersten Lauf des ADAC GT-Masters entschied. Sebastian Asch und Luca Ludwig profitierten im Zakspeed-Mercedes von einem günstig getimten Boxenstopp und sicherten sich den Sieg.

Luca Ludwig und Sebastian Asch enschieden das Samstagsrennen für sich.

Luca Ludwig und Sebastian Asch enschieden das Samstagsrennen für sich.

Hinter den Titelverteidigern sammelten die Meisterschaftsführenden Connor de Phillippi und Christopher Mies weitere wichtige Zähler für Land-Motorsport. Daniel Dobitsch und Edward Sandström komplettierten das Podest. Knapp geschlagen geben mussten sich Daniel Keilwitz und Jules Gounon auf Platz vier, die mit ihrer Callaway-Corvette zum Rennstart ebenso stark aufzeigten wie die Polesetter Luca Stolz und Gerhard Tweraser (Grasser-Lamborghini), doch beim Boxenstopp das Glück ebenfalls nicht auf ihrer Seite hatten.

Philip Geipel ließ den Audi R8 am Sonntag um den Sachsenring fliegen

Philip Geipel ließ den Audi R8 am Sonntag um den Sachsenring fliegen

Der Sonntagslauf war einmal mehr von Safety-Car-Phasen durchzogen, doch diesmal profitierten die Lokalmatadoren von YACO-Racing aus Plauen. Die Schweizerin Rahel Frey war mit dem Audi R8 von Startplatz 14 gestartet und arbeitete sich Schritt für Schritt nach vorn. Ein früher Boxenstopp spülte Philip Geipel zunächst auf Platz sieben, eine Safety-Car-Phase rückte das Feld wieder eng zusammen. An der Spitze enteilte Jules Gounon den Verfolgern, doch hinter dem Kfzteile24-Audi von Florian Stoll staute sich das Feld. Diese Situation nutzte Philip Geipel geschickt aus und schnappte sich zunächst Tutumlu/van der Linde (Audi) und Abt/Jöns (Bentley).

Geipel, Frey, Gounon, Keilwitz, Vanthoor und Stoll (v.l.) teilten sich das Podium

Geipel, Frey, Gounon, Keilwitz, Vanthoor und Stoll (v.l.) teilten sich das Podium

Auch der amtierende Meister Sebastian Asch konnte den Vormarsch Geipels nicht stoppen. Schließlich überrumpelte der Plauener auch Florian Stoll am Queckenberg und sicherte sich so einen sensationellen zweiten Platz beim Heimspiel. Jules Gounon, Sohn von ex-Formel-1-Fahrer Jean-Marc Gounon, sorgte ganz nebenbei für den ersten Sieg der neuen Callaway-Corvette C7 GT3 und das beim erst zweiten Einsatz dieses Fahrzeuges. Stoll/Vanthoor stiegen schließlich als Dritte mit auf das Podest.

ADAC Formel 4:

Mick Schumacher (29) führt in Rennen 2 vor Mawson (96) und Ortmann (6), der die Zielflagge als Erster sehen wird.

Mick Schumacher (29) führt in Rennen 2 vor Mawson (96) und Ortmann (6), der die Zielflagge als Erster sehen wird.

Zwei Trainingsgruppen und ein Qualifikationsrennen, das ist neu bei der Formel 4 im Jahr 2016. 36 Fahrer und Fahrerinnen stellten sich im Training dem anspruchsvollen Berg- und Talkurs. Die 14 Langsamsten von ihnen mussten zusätzlich im Qualifikationsrennen ihre Startposition ausfahren, bevor es in das erste der Hauptrennen ging. Das entschied Mike-David Ortmann für sich. Der 16jährige Brandenburger verwies Joey Mawson auf Platz zwei, der in Oschersleben mit zwei Laufsiegen stark in die Saison startete. Aus dem zweiten Rennen ging wiederum Ortmann als Sieger hervor, doch lange Zeit sah es nach einem Triumph für Mick Schumacher aus. Der konnte sich jedoch aufgrund mehrerer Safety-Car-Phasen nie wirklich von seinen Verfolgern absetzen und schließlich eine Attacke Ortmanns nicht abwehren. Auf Platz drei sammelte Mawson weitere Meisterschaftszähler und baute so seine Position an der Spitze der Gesamtwertung aus.

Das Safety Car war in den Rennen der Formel 4 besonders oft gefragt

Das Safety Car war in den Rennen der Formel 4 besonders oft gefragt

Im dritten Rennen des Wochenendes setzte Joey Mawson mit Saisonsieg Nummer drei seinem tadellosen Auftritt auf dem Sachsenring den krönenden Abschluss auf. Simo Laaksonen kam auf Platz zwei, Rookie Nicklas Nielsen sicherte sich einen starken dritten Platz. Für Schumacher (4.) und Ortmann (7.) endete das Rennwochenende nur knapp abseits des Podestes. Am Ende der Saison könnten aber genau diese wenigen Plätze den Unterschied machen und den Ausschlag zu Mawsons Gunsten geben.

ADAC TCR Germany:

Die Österreicher Mario Dablander (61), Harald Proczyk (22) und Jürgen Schmarl (in der Wiese) ließen es am Sonntag ordentlich krachen

Die Österreicher Mario Dablander (61), Harald Proczyk (22) und Jürgen Schmarl (in der Wiese) ließen es am Sonntag ordentlich krachen

Die neue Seriennahe Formel für Tourenwagen geht in ihr zweites Jahr und die Premiere der deutschen Serie vor zwei Wochen lässt auf eine rosige Zukunft hoffen. Das sächsische Honda-Team von Fugel-Motorsport schickte zwei neue Honda Civic TCR für die Lokalmatadoren Steve  Kirsch und Dominik Fugel ins Rennen. Kirsch fuhr den dritten Startplatz heraus, konnte das Tempo vom Trainingsschnellsten Harald Proczyk und Antti Buri jedoch nicht mitgehen. Beim Versuch dran zu bleiben rutschte Kirsch in der Sachsenkurve sogar von der Strecke und verlor eine Position an Tim Zimmermann. Der Ruf auf´s Podest kam für den Fahrinstruktor vom Sachsenring mit Verspätung: der Seat Leon von Antti Buri wurde im Nachgang vermessen und für zu tief sowie untergewichtig befunden, Folge: Wertungsausschluss.

Am Sonntag rückte der 27jährige Finne das Missgeschick des Teams wieder gerade und sicherte sich den Sieg vor Benjamin Leuchter im besten VW Golf und Tim Zimmermann, der sich mit seinem Engstler-Golf extra breit machen musste, um die Angriffe von Steve Kirsch bis zur Ziellinie abzuwehren.

Deutscher Tourenwagen Cup (DTC):
Noch näher an der Serie als in die internationale TCR-Formel, ist der Deutsche Tourenwagen Cup für Automobile der Kompaktklasse. Heiko Hammel gewann den Samstagslauf im von Wolf Racing getunten Ford Fiesta ST vor Milenko Vukovic (Audi A3) und Frederik Lestrup (Mini JCW). Das zweite Rennen ging an Lestrup, der Vukovic und Kai Jordan (Mini JCW) erfolgreich hinter sich lassen konnte. Heiko Hammel machte bei seiner Aufholjagd Bekanntschaft mit einem der vielen Kiesbetten und begrub dort wichtige Meisterschaftszähler. Lestrup übernahm dank Hammels Nuller die Tabellenspitze der Superproduction-Kategorie.

Alle Mühe war vergebens: Alf Ahrens

Alle Mühe war vergebens: Alf Ahrens

Auch in der Production-1600-Klasse war für Spannung gesorgt. Hier teilten sich Markus Spitzenberger (Mini JCW) und Dirk Lauth (Mini JCW) die Siege. Eine kleine Odyssee erlebte Alf Ahrens mit dem neuen Citroën DS3 von JAS-Motorsport, der erst kurz vor Saisonbeginn fertig wurde. Der Sohn von ex-Porsche-Werksfahrer Kurt Ahrens plagte sich über Freitag und Samstag mit extrem hohen Motortemperaturen um den Sachsenring und wollte schon einpacken, als das später siegreiche Dombek-Team seine Hilfe anbot. Bis spät in die Nacht wurde am kleinen Franzosen geschraubt, so dass das Zeittraining am Sonntagmorgen wieder in Angriff genommen werden konnte. Doch es half alles nichts. Zwar ließ sich Ahrens die schnellste Zeit seiner Klasse notieren, doch die Temperaturen waren noch immer zu hoch und zu allem Überfluss fiel der Wagen durch die technische Nachkontrolle, was den Ausschluss für das Rennen nach sich zog.

Renault Clio Cup Central Europe:

Heftiger Abflug von Manuel Brinkmann

Heftiger Abflug von Manuel Brinkmann

Dino Calcum gewann beide Rennen des Renault Clio Cup Central Europe unangefochten. Sandro Kaibach und Andreas Stucki folgten ihm in beiden Rennen auf den Plätzen zwei und drei. Für einen Schreckmoment sorgte der Abflug von Manuel Brinkmann beim Start zum zweiten Lauf am Sonntagnachmittag, der glücklicherweise, abgesehen vom verformten Blech, glimpflich ausging.

Spezial Tourenwagen Trophy (STT):
Jürgen Bender (Chevrolet Corvette) und Ulrich Becker (Porsche 997) teilten sich die Siege der Spezial Tourenwagen Trophy, die in diesem Jahr ihr 30jähriges Bestehen feiert und den Fans am Sachsenring eine bunte Mischung aus GT-Rennern, V8STAR-Boliden, Tourenwagen und Eigenbauten bot.

Andy Jordan

Andy Jordan

andyjordan@motorrennsportarchiv.de

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