Berg-Europameisterschaft Landshaag: Acht Tausendstelsekunden entscheiden über den Gesamtsieg

Dank einer neuen Asphaltdecke im unteren Streckenabschnitt zeichnete sich bereits im Training ab, dass Wolfgang Gammers Streckenrekord von 1:12,014 aus dem Vorjahr fallen würde. Bei idealen Bedingungen brannten die Bergspezialisten am Rennsonntag schließlich eine neue Bestzeit nach der anderen auf die 3,620 Kilometer lange, ultraschnelle Strecke zwischen Landshaag und St. Martin.

Zeigte schon im Training stark auf: Wolfgang Gammer

Zeigte schon im Training stark auf: Wolfgang Gammer

Bereits im ersten Trainingslauf am Samstag wurde die 1:12er Marke von Wolfgang Gammer geknackt. Noch schneller als der Eferdinger war jedoch Manuel Schleindlhuber vom MSC Zeillern. Im dritten Test am Sonntagmorgen unterbot Gammer sogar die 1:11er Marke und machte damit seine Ambitionen auf den Tagessieg klar. Den ersten Rennlauf gewann jedoch keiner der beiden BMW-Piloten. Andreas Gangl (Suzuki) drückte die Bestzeit auf unglaubliche 1:09,940, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 186,3 km/h bei stehendem Start entspricht. Gammer, der wie Gangl für das Team Heating Factory startet, hielt mit einer 1:10,478 dagegen, Manuel Schleindlhuber lag mit 1:11,123 bereits über eine Sekunde zurück.

Auf dem Weg zum Rekord: Andreas Gangl

Auf dem Weg zum Rekord: Andreas Gangl

Der zweite Rennlauf brachte schließlich die Entscheidung über den Gesamtsieg. Wolfgang Gammer steigerte sich noch einmal auf 1:10,253 und landete so in der Addition beider Läufe hauchdünn um acht Tausendstelsekunden vor Teamkollege Gangl, der seiner Bestzeit aus dem ersten Durchgang eine 1:10,799 hinzufügte. Beim Angriff auf seine eigene Fabelzeit hatte Andreas Gangl zwei Kurven vor dem Ziel bei weit über 200 km/h mit dem rechten Oberarm die Leitplanke touchiert und büßte so die entscheidenden Sekundenbruchteile ein. Glück im Unglück für den Niederösterreicher, der sich Tagessieg und Streckenrekord am Ende brüderlich mit seinem Teamkollegen Gammer teilte. Manuel Schleindlhuber stieg als Drittschnellster des Tages mit auf das Podest. Hinter den einheimischen Fahrern zeigte Stefano Bonetti eine starke Leistung. Der italienische TT-Star startete nur in einer Klasse und verpasste den Sprung auf das Podest mit 1:11,279 nur knapp.

Bonettis Landsmann, der Europameister Francesco Curinga (Honda), beherrschte die Konkurrenz bis 600 Kubikzentimeter, inklusive neuem Klassen-Streckenrekord (1:13,020). Hinter ihm reihten sich Mario Gastinger vom veranstaltenden MSC Rottenegg und René Pointinger mit ihren Yamahas ein.

Die Seitenwagenklasse gewannen Günther Bachmair und Manfred Wechselberger. Letzterer trat als Doppelstarter auch mit einer Superstock-Suzuki bei den Solisten an.

Andy Jordan

Andy Jordan

andyjordan@motorrennsportarchiv.de

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