Corser patzt am EuroSpeedway – Vermeulen holt auf

Feierte seinen ersten Sieg bei den Superbikes – Lorenzo Lanzi

Zuletzt trug die Superbike-Weltmeisterschaft im Jahr 2002 Läufe auf dem EuroSpeedway-Lausitz aus. Damals hieß die Reihenfolge in beiden Rennen Troy Bayliss vor Colin Edwards und Ruben Xaus. Heute sind alle diese Fahrer in der MotoGP unterwegs.
Dies zeigt die Klasse der Superbike-WM, die vom 9. bis 11. September wieder in der Lausitz Station machte. Die deutsche Hoffnung bei den Superbikes heißt Max Neukirchner. Wegen ihm kam ein Großteil der 48.500 Fans, die am gesamten Rennwochenende die Ränge füllten. Bis einschließlich 2007 sicherte sich der EuroSpeedway Lausitz nun erneut die Superbike-WM, doch die 78.000 Zuschauer bei der Veranstaltung 2002 erreichte man trotz einer „Maxmania“ leider nicht. Ob dies am Wetter oder an der Meisterschaft lag, die sich in den letzten drei Jahren stark verändert hat? Vielleicht kann man mit zusätzlichen Tribünen im Infield des Ovals für mehr Zuschauerfreundlichkeit sorgen, denn für viele Fans auf der großen Haupttribüne sind die Motorräder nur kleine Punkte. Schließlich wollen besonders die Freunde der Zweiradfraktion ihren Helden ganz nahe sein.

Superbike – Lauf 1:

Chris Vermeulen holte 26 Punkte in der Meisterschaft auf Troy Corser auf

Die Superpole am Samstag brachte einige Überraschungen hervor. Schnellster war Lorenzo Lanzi aus Italien, der sich damit die Pole Position für die Läufe am Sonntag sicherte. Lanzi, der als Ersatzfahrer für den verletzten Regis Laconi (FRA) in das Ducati-Werksteam berufen wurde, ließ damit den Australier Troy Corser auf Suzuki hinter sich, der die Meisterschaft mit 86 Punkten vor seinem Landsmann Chris Vermeulen anführt. Vermeulen und der amtierende Superbike-Weltmeister James Toseland (GBR) komplettierten die erste Startreihe. Max Neukirchner war in seiner Superpole-Runde eine Sekunde langsamer als die Schnellsten. Trotzdem stellte der 22jährige Thalheimer seine Klaffi-Honda auf einen guten achten Startplatz. Wildcard-Starter Michael Schulten hatte mit Position 14 eine schlechtere Ausgangsposition. Er verpatzte seine Superpole-Runde. Schade, denn die Zeit aus dem zweiten Qualifying hätte für die zweite Startreihe gereicht.

Das WM-Gastspiel endete für Ralf Waldmann mit einem Handbruch

Der Start des ersten Laufs verschob sich zunächst. Der Italiener Stefano Cruciani hatte seine Kawasaki abgewürgt. Nach einer zweiten Warm-up-Runde erfolgte dann der Start. Während Troy Corser die Führung übernahm musste Lanzi nach einem Verbremser in der ersten Kurve auf den Turn 1 des Ovals ausweichen. Das sollte im späteren Rennverlauf noch Folgen haben. Doch zunächst kehrte der Italiener in die Spitzengruppe zurück und lieferte sich mit Vermeulen, Haga und Corser spannende Duelle. Derweil lag Max Neukirchner auf dem elften Platz. Wildcard-Fahrer Ralf Waldmann, der nur vom 21. Startplatz aus ins Rennen ging, musste sein Rennen nach einem Highsider bereits in Runde 1 beenden. Besser lief es für Waldmanns Teamkollegen Michael Schulten. Er arbeitete sich langsam aber sicher unter die Top-10 des Starterfeldes. An der Spitze bekam Lanzi die Rechnung für das Abkürzen in der ersten Runde. Ihm wurde eine Ride-through-Strafe ausgesprochen, die ihn auf Platz 11 zurückwarf. Nun balgten sich nur noch Vermeulen und Haga um den Sieg, denn Corser hatte auf Platz drei schon einen zu großen Abstand. Weiter hinten machte Max Neukirchner seinen schlechten Start wieder gut und fuhr bereits auf dem sechsten Platz, den er jedoch später an Yukio Kagayama abgeben musste. Technische Probleme hinderten Michael Schulten daran WM-Punkte zu sammeln. Drei Runden vor Schluss steuerte er die Box an.
Eine Runde später zeigte der Führende Chris Vermeulen Regen an, woraufhin der Lauf sofort mit der roten Flagge abgebrochen wurde. Man wertete die Reihenfolge nach 20 Runden, bei der Vermeulen vor Haga und Corser siegte. James Toseland fuhr auf Position vier ein einsames Rennen. Max Neukirchner hielt sich auf Platz sieben, noch vor Lorenzo Lanzi, der in den letzten Runden immer näher kam.

Superbike – Lauf 2:

Ersatzmann für Laconi – Lorenzo Lanzi überzeugte beim Werks-Ducati-Debüt

Lanzi-Ersatz im Caracchi-Team – Norino Brignola hatte seine Ducati nicht immer ganz im Griff

Der Start zum zweiten Lauf verlief problemlos. Troy Corser setzte sich in der ersten Runde an die Spitze des Feldes. Doch schon am Anfang der zweiten Runde verschätzte er sich beim Bremspunkt am Ende der Start- und Zielgeraden. Corser stürzte, konnte jedoch die Maschine wieder starten und dem Feld hinterher eilen. Nun waren es Lorenzo Lanzi und Noriyuki Haga die um die Führung des Rennens rangen. Zahlreiche Überholmanöver der beiden Kontrahenten kennzeichneten diese Phase des zweiten Laufs. Chris Vermeulen nutzte diese Situation und pirschte sich von hinten an das Führundsduo heran. Lanzi bemerkte dies und ergriff die Flucht nach vorn, während Vermeulen noch mit Haga beschäftigt war. Konstant fuhr der Italiener auf der Ducati schneller als seine Verfolger. Doch gegen Ende des Rennens war Vermeulen derjenige, der sich sein Reifenmaterial am besten eingeteilt hatte. Pro Runde machte er fast eine halbe Sekunde auf den Führenden gut. Aber Lanzi ließ sich den Laufsieg nicht mehr nehmen und überquerte den Zielstrich als Erster. Es war der erste Sieg für den 23jährigen, der sonst für das Caracchi-Team startet.

Max Neukirchner im Kampf gegen Norick Abe – am Ende setzte sich der Sachse durch

Max Neukirchner entschied einen Kampf gegen den ehemaligen MotoGP-Fahrer Norick Abe (JPN) für sich. Mit dem achten Platz erreichte der Sachse wiederum einen Platz unter den besten zehn. Troy Corser holte auf dem 13. Platz noch 3 Meisterschaftspunkte, die in der Endabrechnung eine wichtige Rolle spielen könnten, denn Landsmann Vermeulen rückt mit den Läufen am EuroSpeedway Lausitz bis auf 60 Punkte an den Meisterschaftsleader heran.

Supersport:

Siegte schon beim Supersport-Regenrennen 2001 am EuroSpeedway – Kevin Curtain

Eine gute Ausgangsposition für den Lauf der Supersport-WM sicherte sich Arne Tode aus Glauchau. Er startete bei seinem Wildcard-Einsatz vom 12. Startplatz. Nachdem er beim IDM-Lauf am vergangenen Wochenende in Oschersleben kurz vor Schluss stürzte, hatte er an diesem Wochenende die Chance WM-Punkte zu sammeln. Vorn dominierten nach dem Start die australischen Fahrer des Yamaha-Deutschland-Teams das Renngeschehen, denn der bereits als Weltmeister feststehende Sébastien Charpentier (FRA) war gestürzt. Kevin Curtain und Broc Parkes konnten sich daraufhin um bis zu 10 Sekunden von ihren Verfolgern absetzen. Diese hießen nun Fabien Foret (FRA) und Robbin Harms (DEN), und kämpften um den letzten verbliebenen Podestplatz. Arne Tode arbeitete sich unterdessen auf die achte Position vor.

Dank Wildcard mit dabei – Arne Tode aus Glauchau holte fünf WM-Punkte

In Runde zehn setzte wieder leichter Regen ein. Das Rennen musste ebenso wie der 1.Lauf der Superbikes abgebrochen werden. Nach einem kurzen Regen-Warm-up wurde das Rennen als Wet-Race neu gestartet. Wieder sah alles danach aus als ob das Yamaha-Deutschland-Duo Curtain/Parkes den Lauf dominieren sollte. Doch Fabien Foret stürmte von hinten an die Australier heran und übernahm die Führung. Währenddessen fiel Arne Tode leider auf Platz 12 zurück. Auch der gut platzierte Robbin Harms hatte Pech. Er stürzte und konnte das Rennen nicht beenden. Trotzdem Foret den zweiten Heat gewann erzielte er in der Addierung beider Läufe nur den dritten Platz hinter Parkes. Erster wurde Kevin Curtain, der nun die zweite Position in der Meisterschaft einnimmt. Für Arne Tode bedeuteten Platz 8 im ersten und Platz 12 im zweiten Teil den Gesamtrang 11 und damit fünf WM-Punkte.

Titelanwärter des Superstock 1000-FIM-Cups – Kenan Sofuoglu

Im Rahmenprogramm gab es noch Läufe zu den Superstock-Klassen 1000ccm und 600ccm. Den Lauf der 1000er beherrschten die Yamaha-Deutschland-Piloten Kenan Sofuoglu (TUR) und Didier Van Keymeulen (BEL).In der letzten Runde kürzte Sofuoglu ab, wofür er eine 20-Sekunden-Strafe kassierte. Im Endklassement erreichte der Türke noch den sechsten Platz und liegt damit weiter auf Titelkurs.

Andy Jordan

Andy Jordan

andyjordan@motorrennsportarchiv.de

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