Eindrucksvolle Show der Favoriten bei der Endurance-WM

Auch kleine Reparaturen brachten Sie nicht um den Sieg – Suzuki Castrol mit Philippe, Kitagawa und Lagrive

Die Tage von Suzuka sind vergessen, als das beste permanente Team in der Endurance-Weltmeisterschaft auf dem zehnten Platz einkam. Schon die Trainings zeigten, dass die europäischen, zumeist deutschen, Gaststarter keine Chance hatten, mit den Spitzenteams aus der WM mitzuhalten. So legte Vincent Philippe eine Rundenzeit von 1:28,816 vor. Die ersten Startplätze belegten das Suzuki Castrol Team (Philippe/Kitagawa/Lagrive) vor Yamaha Austria Racing (Jerman/Giabbani/Scarnato) und Bolliger Switzerland Kawasaki (Morillon/Muff/Saiger). Die Völpker Fighters (Knöfler/Hecker/Schnieders) kamen als Heimteam auf einen hervorragenden 13. Platz.

Die Sieger der Open-Klasse: PS-LSL-Beck-Racing hier mit Startfahrer Rico Penzkofer

Der Start zum 24-Stunden-Marathon ging bei strahlendem Sonnenschein und ohne den allzu häufig schon vorgekommenen Favoritensturz in der Anfangsphase von statten. Lediglich das Innodrom-Racing-Team mit Platacis/Merkens/Schmassmann musste schon in der Aufwärmrunde schiebend die Box ansteuern, konnte aber mit mehreren Runden Rückstand auch noch das Rennen aufnehmen.
Es bildeten sich rasch zwei Paare mit Suzuki Castrol und Yamaha Austria sowie Bolliger Kawasaki und Yamaha Phase One.
Der Schleiz-Dominator Rico Penzkofer als Startfahrer im Stuttgarter PS-LSL-Beck-Team war als Achter bester der nichtpermanenten Starter zu Beginn des Rennens.

SRU Sangerhausen Suzuki als Sieger bei den Superproduction-Racern

Als der neue Tag begann hatte sich nichts Dramatisches ereignet. Die Reihenfolge jetzt Suzuki Castrol vor Yamaha Austria und Yamaha Phase One. Die Bolliger-Connection folgt mit beiden Teams auf den Plätzen. Das PS-LSL-Beck-Team büßte zwischen 3:00 und 4:00 Uhr seine gute Platzierung ein, führte aber dennoch als Gesamt-Vierzehnter die Open-Klasse an. Bestes nichtpermanentes Team war nun auf Platz 10 das Team Suzuki Austria.
Nach 24 Stunden konnten auch die Kleinigkeiten der letzten Stunden – eine gerissene Kette und ein undichter Tank – dem Siegerteam nichts mehr anhaben. Der Einlauf: Vorjahressieger Suzuki Castrol mit vier Runden Vorsprung vor Yamaha Austria und Yamaha Phase One, weitere fünf Runden zurück. Das Siegerteam fuhr 891 Runden, nur 2003 wurden fünf Runden mehr gefahren. Die schnellste Runde im Rennen fuhr der Zweitplazierte mit 1:30,582 min. Die Klasse Superproduction gewann SRU Racing Sangerhausen (9. Gesamtrang). In der Open-Kategorie blieb der Führende das PS-LSL-Beck-Team (14. Gesamtrang).

Zweimal auf dem Podest ganz oben und damit Europacupsieger – Lovelock/Lawrence

Das Rahmenprogramm wurde von den Rennen zum Sidecar Eurocup angeführt. Nachdem die Polesetter Schoffield/Thomas schon nach der ersten Runde wegen eines Kupplungsschadens aufgeben mussten, war der Weg frei für die Deutschen Kurt Hock und Enrico Becker. Aber sie hatten die Rechnung ohne den einzigen Regenschauer, den es am Freitag gab, gemacht. Das Rennen wurde nach 6 Runden abgebrochen und mit Regenreifen ging es dann noch einmal in einen 5 Runden-Sprint. Die halbe Sekunde Vorsprung aus dem ersten Part wurde ein über 5-sekündiger Rückstand im zweiten Teil. So siegten Roger Lovelock/Rick Lawrence auf LCR Suzuki vor Hock/Becker auf Eigenbau-Kawasaki. Mit den Siegern des 2. Parts kamen Simon Neary/Stuart Bond auf einer Baker-R6-Yamaha aus der Reihe der Formel 2-Gespanne auf Gesamtplatz 3.

Frau am Steuer, Mann sorgt für 100 Prozent Kraftübertragung auf dem Hinterrad – Laidlow/Killingsworth

Der 2. Lauf am Samstag musste zunächst nach einen Überschlag von Bereuter/Oehlmann und weiterer drei involvierter Gespanne neu gestartet werden. Gleich zu Beginn des Restarts setzten sich Lovelock/Lawrence vor Schoffield/Thomas und Hock/Becker als Dreierzug ab.
Nach 7 Runden kam jedoch das Aus durch Motorschaden für die Deutschen, so dass Knapton/Pickering den dritten Platz holten. An der Spitze blieb alles beim Alten. Damit haben sich Lovelock/Lawerence nach fünf Siegen in sechs Rennen den Titel vorzeitig gesichert.

Familie Kehrer auf MZ in der Einzylinder-Klasse

Der Supermono-Lauf beginnt immer schon mit einem Highlight in der Boxengasse. Die meisten dieser Maschinen müssen mit Hilfsanlassern (Motoren mit Rollen oder Rädern) gestartet werden. Das Rennen wurde bei nasser Strecke gestartet, was vielleicht auch erklärt, dass es ein Rennen der Stürze wurde. Von 29 gestarteten Fahrern kamen nur 18 ins Ziel. Der Trainingsschnellste Valter Bartolini aus Italien auf einer TM Donatini brauchte nur 2 Runden, um die Spitze wieder an sich zu reißen. Am Ende der 14 Runden gewann er mit 27 Sekunden vor dem Ex-MZ-Fahrer Mike Edwards auf Yamaha und Stefan Meiners ebenfalls auf Yamaha. Die beiden MZ-Haudegen aus der Zschopauer Rennfahrerfamilie Kehrer belegten die Plätze 7 (Vater Johannes Kehrer) und 11 (Sohn Nico Kehrer).

Hier ist die Welt für Marcel Schrötter noch in Ordnung

Im ADAC-Junior-Cup gab es einen Spitzenkampf von Marcel Schrötter und Sebastian Kreuziger, welche sich in der ersten Rennhälfte auch mal abwechselten. Im weiteren Rennverlauf hatte Schrötter seinen Mitstreiter unter Kontrolle. In der letzten Runde schaute er sich nach den Shell-Esses nach dem Verfolger um, worauf er vermutlich einen großen Schreck bekam, denn der lugte bereits am Hinterrad. Man kann nur erahnen, was dann passierte, Marcel Schrötter landete jedenfalls in der Zielkurve im Kies und der Weg für Kreuziger vom ADAC Team Nordbayern war frei. Zweiter wurde Tobias Dietrich vor Thomas Caiani – überraschend, denn der ursprünglich Zweite Michael van der Mark wurde disqualifiziert. Er hatte keinen Luftfilter eingebaut. Der Sachsen-Junior Daniel Kartheininger vom Freudenberg-Team wurde Fünfter. Die ADAC-Sachsen-Mannschaft belegte in Geschlossenheit die Plätze 10 bis 14 und zwar in der Reihenfolge Gädke, Frenzel, Broy, Heide und Becker.

Ein schöner Rücken…für ein lohnendes Ziel

Weiter im Programm waren der Yamaha-R6-Dunlop-Cup, wo der Sonthofener Pascal Eckhardt seinen Cupsieg klar machte, die KTM-Duke-Battle auf der Rennstrecke und auf der Kartbahn und die Super-Moto-Veranstaltungen auf der Kart-Bahn mit Geländeanteil. Wie immer im Standardprogramm sah man die Oldtimer-Präsentation, Darbietungen mit Motorrad-Action und es gab eine Rocknacht im Infield-Zelt.

Die Motorsportarena Oschersleben verabschiedete sich mit dem Slogan „Wir sehen uns 2007 – 10 Jahre German Speedweek“ – Also dann bis 2007 – besonders wenn Sie noch nie dabei waren. Diese 4 Tage Motorradsport sollte man sich gönnen.

Mike Jordan

Mike Jordan

mikejordan@motorrennsportarchiv.de

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