Formel E mit neuem Stadtkurs in Berlin

Nach der Premiere auf dem Vorfeld des ehemaligen Flughafens Tempelhof im vergangenen Jahr, wird der diesjährige Formula E Berlin ePrix am 21. Mai 2016 auf einem Straßenkurs der Hauptstadt ausgetragen. Grund für die Verlegung des Rennens ist die derzeitige Nutzung des Tempelhofer Flughafengebäudes als Flüchtlingsunterkunft.

Der Straßenkurs für den Berlin ePrix 2016

Der Straßenkurs für den Berlin ePrix 2016

Die Start-und-Zielgerade des neuen Kurses wird auf der Karl-Marx-Allee an der Grenze des Stadtteils Mitte zu Friedrichshain liegen. Vorbei an den Hochhausbauten im Stil des Sozialistischen Klassizismus, biegt der Kurs auf die Lichtenberger Straße ab und führt danach mehrfach über den Straußberger Platz, um schließlich wieder auf die Karl-Marx-Allee zurückzukehren.

Die Rennserie für elektrische Formelfahrzeuge wird damit erstmals seit langer Zeit einen neuen Stadtkurs in Deutschland einweihen. Zuvor war auch eine Austragung des Rennens auf dem Norisring im Gespräch. Der Nürnberger Kurs war, nach dem Ende der Rennen auf der Berliner AVUS und dem Alemannenring in Singen in den 1990er Jahren, der einzig verbliebene Stadtkurs für Automobilrennen in Deutschland. Mehrere Versuche der Organisatoren der Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) neue Stadtrennen u.a. in Schwerin, Hamburg oder München zu initiieren scheiterten. Jetzt realisiert die Formel E die Vision eines neuen Stadtkurses in der Hauptstadt.

Aus dem Illustrierten Motorsport, Heft 14-1959

Aus dem Illustrierten Motorsport, Heft 14-1959

Ganz neu ist die Rennstrecke jedoch nicht. Der Kurs auf der Karl-Marx-Allee kann bereits eine motorsportliche Historie vorweisen. Schon 1959, als die Allee noch den Namen Stalins trug, fand hier ein Mopedrennen statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde den interessierten Zuschauern auch der neue Formel-Junior von Heinz Melkus vorgestellt. Der später als „Ketten-Wartburg“ berühmt gewordene Monoposto, begründete eine erfolgreiche Reihe von innovativen Rennwagen aus der Dresdener Sportwagenschmiede. In der FIA Formel E ist die Entwicklung der elektrischen Antriebe seit dieser Saison freigegeben. Man darf gespannt sein, welche Innovationen den Rennwagen von Renault, Mahindra, Venturi und Co noch folgen werden. Am 21. Mai 2016 wird der derzeitige Stand der Technik beim ePrix von Berlin zu bestaunen sein.

Der Formel-Junior-Rennwagen von Heinz Melkus

Der Formel-Junior-Rennwagen von Heinz Melkus

Andy Jordan

Andy Jordan

andyjordan@motorrennsportarchiv.de

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