Frohburger Dreieckrennen wieder mit erstklassiger Besetzung

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Das alljährliche IRRC-Finale in Deutschland lockt Fans aus der Tschechischen Republik, Österreich, Belgien, den Niederlanden und vielen anderen Ländern sowie ein internationales Fahrerfeld an. Die Nordiren Michael Dunlop und Lee Johnston siegten 2014 und 2015 jeweils im abschließenden Superbike-Rennen und setzten damit ihre Namen auf die Siegerliste des Dreieckskurses in der Nähe von Leipzig. Sie waren nicht die ersten international bekannten Fahrer, denen dies gelang.

Heinz Rosner (Frohburg 1967)

Heinz Rosner (Frohburg 1967)

Als das erste Frohburger Dreieckrennen 1960 ausgetragen wurde, erreichte ein gewisser Heinz Rosner den fünften Platz im Rennen der Klasse bis 125 Kubikzentimeter. Später stieg er zum Werksfahrer für MZ in die Motorrad-Weltmeisterschaft auf und gewann 1965 und 1966 auch in Frohburg. 1967 siegte er zum dritten Mal und überrundete dabei das gesamte Feld, darunter auch die Zweit- und Drittplatzierten Bultaco-Fahrer Ginger Molloy (Neuseeland) und Bob Coulter (Irland). 1968 musste das Frohburger Dreieckrennen wegen des Prager Frühlings abgesagt werden. Auf der Rennstrecke in der Nähe von Leipzig rollten die Panzer in Richtung Tschechoslowakei, weshalb sie nicht für die Rennen gesperrt werden konnte. 1969 kehrten die Rennmaschinen auf das Frohburger Dreieck zurück und Heinz Rosner (Dritter der 250ccm-Weltmeisterschaft 1968) stand einmal mehr ganz oben auf dem Podest.

Janos Drapal (Frohburg 1979)

Janos Drapal (Frohburg 1979)

Der ungarische Spitzenfahrer János Drápal gewann zwischen 1971 und 1973 vier Grand Prix. Seine Siegesserie in Frohburg begann mit dem Rennen bis 250 Kubikzentimeter 1976. Acht weitere Siege folgten bis 1984. Neben den Pokalen gewann er dabei auch die Sympathien der einheimischen Fans. Eine ganze Generation wurde in und um Frohburg von Drápal inspiriert, doch für das Rennen 1985 sollte er nicht zurückkehren. Der neunfache ungarische Meister verunglückte im gleichen Jahr beim Rennen in Piešťany.

Toni Rechberger, Steve Ward, Roy Jeffreys (Frohburg 1993)

Toni Rechberger, Steve Ward, Roy Jeffreys (Frohburg 1993)

Nach dem Fall der Berliner Mauer, wurden die Fahrerfelder wieder internationaler. Das erste Superbike-Rennen auf dem verkürzten Kurs 1993 wurde zwischen den TT-Fahrern Steve Ward (Groß Britannien) und Toni Rechberger (Österreich) entschieden. 1995 fuhr Road-Racing-Legende Joey Dunlop mit seiner 125ccm-Castrol-Honda zum Sieg und kam ein Jahr später mit seiner 250ccm-Maschine ein weiteres Mal nach Frohburg.

Joey Dunlop (Frohburg 1995)

Joey Dunlop (Frohburg 1995)

1997 gab der junge Max Neurkichner sein Debüt auf dem Straßenkurs. Mit gerade einmal 14 Jahren beendete er das Rennen auf seiner 125ccm-Honda auf dem zweiten Platz. Ein Jahr später Stand er dann auf dem obersten Podestplatz. Max´ Vater Lothar, selbst Grand-Prix-Pilot und Frohburg-Sieger (1988), gab dem Junior alle Tricks mit auf den Weg. Als Mitglied im MSC Frohburger Dreieck gewann Max Neukirchner im Jahr 2008 als erster Deutscher zwei Läufe zur Superbike-Weltmeisterschaft.

2003 trug das Rennen erstmals den Beinamen “Joey Dunlop OPEN”. Der Ire Martin Finnegan reiste mit einer Supersport- und einer Superbike-Maschine an. Auf der 1000ccm-Suzuki gelang ihm der Sieg im OPEN-Xtrem-Rennen. Ein Jahr später hatte TT-Sieger Ian Lougher das Frohburger Dreieckrennen in seinem Rennkalender. Er gewann die Rennen der 250ccm- und der OPEN-Xtrem-Klasse.

Thomas Walther, Robert Dunlop, Ian Lougher (Frohburg 2004)

Thomas Walther, Robert Dunlop, Ian Lougher (Frohburg 2004)

Lougher beendete auch das 125ccm- Rennen auf dem Podium, doch es war Robert Dunlop, der die kleine Klasse für sich entschied, neun Jahre nachdem dies seinem Bruder Joey gelang. Roberts Sohn William gab im gleichen Jahr sein Frohburg-Debüt. Als die Dunlop-Familie 2007 wiederum in Frohburg zu Gast war, siegte William im OPEN-Superstock-Rennen. Dies war sein erster internationaler Erfolg in der großen Hubraumklasse.

Michael Dunlop (Frohburg 2014)

Michael Dunlop (Frohburg 2014)

William Dunlops jüngerer Bruder Michael belegte 2007 im Rennen der Klasse bis 250 Kubikzentimeter den zweiten Platz auf einer 250ccm-Honda des Freiberger Teams Pirate Racing. Mit diesem Team feierte Dunlop ein Jahr später beim North West 200 auch seinen ersten großen internationalen Erfolg, als er nur zwei Tage nach dem tragischen Unfall seines Vaters Robert das 250ccm-Rennen gewann. 2014 kehrte Michael auf das Frohburger Dreieck zurück und durfte für das Penz13.com-Team auf die oberste Stufe des Podestes steigen.

Beim 54. Frohburger Dreieck am 24. und 25. September 2016 könnten sich weitere große Namen in die Siegerlisten eintragen. In den Teilnehmerlisten finden sich die Penz13.com-Fahrer Gary Johnson und Michael Rutter sowie Grand-Prix-Pilot Danny Webb.

Zeitplan
24. September 2016
08:00 – 15:25 Zeittrainings
15:40 Twins + Monos Rennen 1 10 Runden
16:25 Supersport Rennen 1 10 Runden
17:10 Sidecar Trophy Sprint 6 Runden
25. September 2016
09:00 Superbike Rennen 1 10 Runden
09:45 2takt Klassik Rennen 1 8 Runden
10:30 IRRC Supersport Rennen 1 10 Runden
11:15 Twins + Monos Rennen 2 10 Runden
12:00 IRRC Superbike Rennen 1 10 Runden
12:45 Supersport Rennen 2 10 Runden
13:30 Superbike Rennen 2 10 Runden
14:15 Sidecar Trophy Hauptrennen 10 Runden
15:00 2takt Klassik Rennen 2 8 Runden
15:45 IRRC Supersport Rennen 2 10 Runden
16:30 IRRC Superbike Rennen 2 10 Runden

Andy Jordan

andyjordan@motorrennsportarchiv.de

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