Glasbachrennen – Eine Legende ist zurück

Milan Svoboda gewann im Formel-3000-Lola die Neuauflage des Glasbachrennens

Nach 20 Jahren Pause ist das Glasbach-Bergrennen zurück. Die RSG Altensteiner Oberland, welche zwischen 2005 und 2009 das Rennsteig-Bergrennen ausrichtete, kann mit der Premierenveranstaltung auf der 2,2 Kilometer kurzen, neu asphaltierten Strecke zufrieden sein. Vier Trainings- und vier Rennläufe konnten an beiden Veranstaltungstagen fast problemlos durchgeführt werden. Im Training am Sonnabendvormittag wurden die schlechten Gripverhältnisse ausgerechnet Holger Hovemann zum Verhängnis. Der KW-Berg-Cup-Seriensieger flog ab und beschädigte den giftgelben Opel Kadett irreparabel. Die verzogene Karosse passte nicht einmal mehr in den Renntransporter und ist ein Totalschaden. Hovemann selbst kam dagegen bis auf Prellungen unverletzt davon.

Dan Michl bewies im Nassen das meiste Gefühl im Gasfuß

Uwe Lang hat seinen Unfall von Osnabrück bestens weggesteckt und fuhr Spitzenzeiten

Das restliche Fahrerfeld schätzte die noch jungfräuliche Strecke im Training richtig ein und hielt sich zurück. Für die Wertungsläufe am Sonntag sollten die Gripverhältnisse dann deutlich besser sein. Der erste Rennlauf fand allerdings noch unter feuchten Bedingungen statt. Mit einer beherzten Fahrt setzte sich zunächst sensationell Dan Michl in seiner Eigenbaukonstruktion auf Opel Speedster-Basis vor den offenen Sportwagen in Führung. In den drei folgenden Wertungsläufen musste der Tscheche jedoch seinem Landsmann Milan Svoboda im Formel-3000-Rennwagen den Vortritt lassen. Uwe Lang, der nach einem Unfall beim Bergrennen in Osnabrück im reparierten Osella-BMW wieder dabei war, blieb Svoboda bis zum Schluss dicht auf den Fersen. Auch Reto Meisel konnte im Mercedes mit Judd-Formel-1-Triebwerk Dan Michl noch vom Podest der Gesamtwertung verdrängen. In der Gruppe-H siegte Sebastian Schmitt in Abwesenheit Hovemanns vor Dirk Preisser.

Gruppe-H-Sieger Sebastian Schmitt meisterte den schnellen Leitplankenkanal perfekt

Das idyllische Fahrerlager im Ort Steinbach kam bei Fahrern und Publikum bestens an

Im letzten Lauf brannte Milan Svoboda noch einmal eine fabelhafte Zeit in den Asphalt. Die 52,196 Sekunden werden wahrscheinlich für die Ewigkeit Bestand haben, denn 2012 wird die Strecke auf 5,5 Kilometer erweitert. Diese Variante wurde schon zwischen 1974 und 1991 befahren. In den nächsten Jahren hat die RSG Altensteiner Oberland die Bewerbung für einen Lauf zur Berg-Europameisterschaft geplant. Das erste Glasbachrennen der Neuzeit war bereits beste Werbung dafür.

Andy Jordan

Andy Jordan

andyjordan@motorrennsportarchiv.de

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