Herzschlagfinale am Rennsteig

Nach seinem Unfall am Samstag hatten ihn einige schon abgeschrieben, am Sonntag mischte Reto Meisel die Sportwagen auf.

Zu einem echten Krimi spitzte sich das 4. ADAC-Rennsteig-Bergrennen auf der 4,2 Kilometer langen engen Piste hinauf zur Ruhlaer Skihütte zu. Marcel Steiner und Jörg Weidinger mussten in beiden Wertungsläufen alles aus ihren CN-Sportwagen herausholen. Der Schweizer Steiner setzte dabei in 1:37,217 den neuen Streckenrekord auf der wieder einmal verlängerten Version des Kurses. Erst kurz davor wurde Vorjahressieger Weidinger nach einer furiosen Fahrt auf seinem Osella-BMW in 1:37,454 gestoppt. Ein besserer erster Lauf gab den eindeutigen Ausschlag zugunsten des Eidgenossen, der bereits 2006 am Rennsteig triumphierte. Der amtierende deutsche Bergmeister der Sportwagen, Uwe Lang, landete trotz guter Zeiten im Gesamtklassement knapp hinter Reto Meisel auf Rang vier. Nach nächtlicher Reparatur am Mercedes-Judd raste Meisel unter den Anfeuerungen der zahlreichen Fans mit neuem Tourenwagenrekord (1:39,968) zu einem sensationellen dritten Gesamtrang. Am Samstag hatte sich der Schweizer bei Posten drei verschätzt und seinen Wagen stark in Mitleidenschaft gezogen. Auf dem schnellsten Weg wurden Teile aus der Heimat geholt und nach einer nächtlichen Reparatur stand das V8-Geschoss wieder perfekt da. Mit einem wahren Husarenritt belohnte Meisel sich und seine Mannschaft für diese Leistung.

Zum zweiten Mal nach 2006 Gesamtsieger am Rennsteig – Marcel Steiner grüßt seine Fans bei der Rückführung

Eine gute Leistung zeigte auch der Veranstalter RSG Altensteiner Oberland. Den ersten Lauf am Sonntagmorgen deklarierte man aufgrund der nassen Fahrbahn kurzerhand in einen vierten Trainingslauf um. Eine Ölspur sorgte für weitere Verzögerung im Zeitplan. Dennoch zog man zwei saubere Wertungsläufe auf trockener Fahrbahn durch.

Andy Jordan

Andy Jordan

andyjordan@motorrennsportarchiv.de

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