Ibergrennen: Streckenrekord fällt in sengender Sommerhitze

Das 24. Ibergrennen auf der gerade einmal zwei Kilometer kurzen Bergsprintstrecke in Heilbad Heiligenstadt erfreut sich bei den Fahrern anhaltender Beliebtheit. 145 Nennungen konnte der MC Heilbad Heiligenstadt im Vorfeld der diesjährigen Ausgabe aufweisen und die Aktiven sollten viel Fahrzeit bekommen. Vier Trainingsläufe am Samstag und vier Rennläufe am Sonntag waren in der Ausschreibung angesetzt. Aufgrund der zu erwartenden Temperaturen von bis zu 35°C im Schatten entschloss sich Rennleiter René Trautvetter schon am Sonntagvormittag dazu, das Rennen auf drei Wertungsläufe zu verkürzen.

Im ersten Rennlauf sorgte dann gleich der Trainingsschnellste Alexander Hin für einen Paukenschlag. Der Elzacher Bauunternehmer, dessen Garage mit diversen Renn- und Sportwagen gut gefüllt ist, hatte den erst kürzlich erworbenen Osella PA30 mit ins Eichsfeld gebracht und mit frischen Pneus für die Rennläufe prompt den fünf Jahre alten Streckenrekord von Patrik Zajelsnik um über eine Sekunde unterboten. Die neue Bestmarke steht nun bei 52,080 Sekunden für die 2050 Meter lange Strecke mit einer maximalen Steigung von 10%. Der Zweitplatzierte Peter Behnke im Tatuus Formula Master lag schon um gut 2,5 Sekunden zurück.

Alexander Hin konnte auch in der Mittagssonne die Oberhand behalten. Mit 52,102 und 52,643 Sekunden blieb er noch zwei weitere Male unter dem alten Rekord und holte damit verdient den Gesamtsieg. Peter Behnke konnte sich trotz eines Schnitzers in der letzten Auffahrt auf dem zweiten Platz halten. Spannend wurde es noch einmal im Kampf um Platz drei der Gesamtwertung. Hier schenkten sich die beiden Formel-3-Piloten Christian Triebstein und Georg Lang keine Hundertstelsekunde. Erst im letzten Rennlauf konnte sich Georg Lang um die entscheidenden Sekundenbruchteile durchsetzen. Triebstein verpasste den Pokal schließlich nur um 0,347 Sekunden.

Rückkehrer: ex-Sportwagenpilot Bernd Simon bestritt sein letztes Bergrennen vor fast zehn Jahren

Hinter Thomas Conrad, Patrick Rahn und Berg-Rückkehrer Bernd Simon im Reynard-Formel-3000 aus dem Fuhrpark des Gesamtsiegers kam Holger Hovemann als bester Fahrer mit Dach auf dem achten Gesamtrang ins Ziel. Die beiden schnellsten Silhouettenfahrzeuge hätten unterschiedlicher nicht sein können. Während Hovemanns Opel Kadett GT/R 8V von einem 8-Zylinder-Chevrolet-Triebwerk mit 5,7 Liter Hubraum auf den Berg gewuchtet wird und den bezeichnenden Spitznamen „Der Dicke“ trägt, erreichte Ralf Kroll im ultraleichten Silver Car mit 1000ccm-Motorradmotor aus einer Suzuki fast die gleichen Zeiten. Im letzten Durchgang blieb Kroll erstmals unter der Schallmauer von einer Minute und erreichte so den elften Platz im Gesamtklassement.

In der 2-Liter-Tourenwagen-Klasse hatte Björn Wiebe im Renault Clio BTCC seinen heckgetriebenen Konkurrenten Patrick Orth im BMW Gerent E30 in allen Läufen klar im Griff. Im Gesamtklassement lagen zwischen den beiden sogar noch die beiden schnellsten Vertreter der 1600ccm-Klasse. Hier war es Erwin Buck im VW Spiess Scirocco, der Stefan Faulhaber im Opel Minichberger Kadett in allen drei Läufen schlagen konnte. Die Klasse bis 1400ccm ging an Hans-Peter Eller, während Jürgen Schneider den Siegerpokal in der kleinen Klasse bis 1150ccm entgegennehmen durfte. Letzterer musste dafür nicht nur schweißtreibende Arbeit hinter dem Lenkrad leisten, sondern in der Mittagshitze auch noch kurzfristig Schweißarbeiten an seinem VW Polo vornehmen.

17 Fahrer nahmen die Herausforderung an, auf der Strecke des Ibergrennens nicht um die Bestzeit, sondern im Rahmen der GLP Berg auf Gleichmäßigkeit zu fahren. Ex-Berg-Cup-Pilot Lothar Löffler siegte in dieser Wertung und schaffte es dabei seine Referenzzeit aus dem ersten Lauf in den beiden folgenden Auffahrten um insgesamt nur 0,108 Sekunden zu verfehlen.

Andy Jordan

Andy Jordan

andyjordan@motorrennsportarchiv.de

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