IDM versetzt Motorsport Arena in „Schumifieber“

Der Gastauftritt Michael Schumachers lockte 18.300 Zuschauer an – Viele sahen die IDM zum ersten Mal und waren von der Atmosphäre positiv überrascht.

Im „Schumi-Hype“ fast untergegangen, holte sich Martin Bauer einen weiteren Doppelsieg bei der zweiten Runde zur IDM in Oschersleben. Durch einen Infekt und Fieber geschwächt verzichtete der amtierende Meister auf das Warm-Up und zeigte der Konkurrenz anschließend wo es lang geht. Völlig ausgepowert nahm Bauer bei der Siegerehrung die Pokale und damit 50 IDM-Punkte entgegen.
In der Supersport-Klasse bastelte der Glauchauer Arne Tode mit einem Sieg und einem zweiten Platz genau so fleißig am Titelgewinn. Marcel Schrötter musste bei den 125ern hingegen einen Rückschlag hinnehmen. Adrian Kornas und Axel Kölsch sorgten nach dem Ausfall der Favoriten Roscher/Hildebrand mit einem Überraschungssieg für Aufsehen und übernahmen die Tabellenführung.

IDM-Superbike:

Martin Bauer – Doppelsieg trotz gesundheitlicher Probleme

Mit einem prominenten Gaststarter namens Michael Schumacher zogen die Superbike-Läufe am Wochenende den Fokus auf sich. Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister absolvierte sein erstes IDM-Rennen für den Brandenburger Rennstall Holzhauer-Honda. Als Teamkollege des amtierenden Meisters Martin Bauer (AUT) qualifizierte sich „Schumi“ als 37. für die Rennen.
Der durch Fieber geschwächte Österreicher war seinerseits Trainingsschnellster mit 1,5 Sekunden Vorsprung auf Kai-Borre Andersen, der die MV Agusta auf den zweiten Startplatz stellte, der mit den schwierigen Bedingungen auf der abtrocknenden Piste ebenfalls gut zurecht kam.

Michael Schumacher schlug sich bei seinem ersten IDM-Superbike-Auftritt beachtlich – Im Hintergrund kämpfen Bauer und Teuchert um den Sieg.

Der erste Rennlauf am Sonntagvormittag war ein Abbild der Rennen am EuroSpeedway vor drei Wochen. Bauer bestimmte das Rennen vom Start weg, Jörg Teuchert biss sich auf seiner Yamaha R1 am Heck des Meisters fest. Doch wie schon beim Saisonauftakt fand der Franke keinen Weg vorbei an Bauers Honda. Auch beim Überrunden hatte er einmal mehr kein Glück und musste Martin Bauer zum dritten Sieg im dritten Rennen gratulieren. Werner Daemen hatte als Dritter bereits mehr als 20 Sekunden Rückstand auf das Führungsduo.

Für sein gutes Rennen wurde Georg Fröhlich leider nicht mit Punkten belohnt.

Der Eisenacher Mattias von Hammerstein kommt mit seiner Holzhauer-Honda immer besser in Fahrt. Nach einem durchwachsenen Saisonauftakt kann der junge Thüringer mit Platz elf schon wieder an die guten Leistungen des Vorjahres anschließen und man darf gespannt sein, was dieses Jahr noch kommt.
Michael Schumacher, vom letzten Startplatz aus ins Rennen gegangen, kämpfte sich bis auf den 28. Platz nach vorn. Bei 36 gewerteten Fahrern eine beachtliche Leistung. Immerhin ließ der ehemalige Vierradprofi trotz Ausrutscher ins Kiesbett einige gestandene „Gentlemanrider“ hinter sich und steigerte seine Rundenzeiten stetig.
Die Sachsen Georg Fröhlich (Wechselburg) und Didier Grams (Limbach-Oberfrohna) belegten die Plätze 20 und 26.

Unverändertes Bild in Oschersleben – Bauer eine Klasse für sich, Teuchert und Daemen folgen.

Das zweite Superbikerennen des Tages wurde einmal mehr zur Beute von Martin Bauer. Zusammen mit Jörg Teuchert und Werner Daemen bestimmte er die 20 Runden um am Ende ein weiteres Mal 25 Punkte einzuheimsen. Trotz eines Infekts den Doppelsieg perfekt zu machen, diese Leistung kann nicht hoch genug eingeschätzt werden.
Michael Schumacher steigerte sich im zweiten Lauf weiter. Der Wahlschweizer rollte das Feld wieder von hinten auf, kratzte zwischenzeitlich sogar an den Top 20, doch ein wegrutschendes Vorderrad sollte sein Rennen vorzeitig beenden.
Besser erging es Schumachers Teamkollegen Mattias von Hammerstein. Er steigerte sich im zweiten Lauf auf die zehnte Position.
Georg Fröhlich beende das Rennen nach einem Zwischenfall auf Platz 25. Im Kampf um Meisterschaftspunkte zog er im starken IDM-Mittelfeld den Kürzeren und musste Lehrgeld bezahlen. Sein erstes IDM-Superbike-Jahr hatte er nach einer Verletzung im Winter nicht planmäßig beginnen können.
Didier Grams ging auf Platz 17 ebenfalls leer aus.

IDM Supersport:

Beim Start zum zweiten Supersport-Lauf hat Samstag-Sieger Jesco Günther die Nase vorn, Arne Tode (ganz links) hat nach verpatztem Start eine Menge aufzuholen.

Wer in diesem Jahr um den Meistertitel mitfahren will, der sollte in der Klasse bis 600 Kubikzentimeter auf einer Triumph sitzen. Das trockene Qualifying dominierten noch die G-Lab-Triumph-Piloten Arne Tode und Philipp Hafeneger. Zum Rennen am Nachmittag sollten dann Regenwolken das Wetter über der Motorsport Arena bestimmen. Jesco Günther kam unter diesen Bedingungen am besten mit seiner Wilbers-Triumph zurecht. Er fuhr der Konkurrenz auf und davon. Der Glauchauer Tabellenführer Arne Tode sicherte sich als Zweiter wichtige Meisterschaftspunkte, Herbert Kaufmann komplettierte das Podest als Dritter. Rico Penzkofer (Böhlen) steuerte die Yamaha R6 im Nassen auf den fünften Platz.
Sascha Hommel (Reichenbach) und Rigo Richter (Hohenstein-Ernstthal) vom PZmotorsport-Team kamen als 11. und 14. jeweils in die Punkte. Dominik Vincon aus Knittlingen scheiterte nur knapp an den Punkterängen, blieb aber unter den schwierigen Bedingungen ohne Sturz. Er überquerte die Ziellinie als 18. von 37 gewerteten Fahrern.

Einen elften und einen zehnten Platz gab es für Sascha Hommel aus Reichenbach.

Der vierte Saisonlauf sollte dann wieder unter trockenen Wetterbedingungen stattfinden. Doch Arne Tode begann das Rennen mit einem schlechten Start. Während er nur als Neunter aus der ersten Runde zurückkehrte, waren Teamkollege Hafeneger und Jesco Günther auf ihren Triple-Bikes bereits wieder an der Spitze des Feldes zu finden. Platz für Platz musste sich der Glauchauer wieder nach vorn kämpfen. In Runde acht übernahm er schließlich wieder den angestammten Spitzenplatz und zog dem Rest des Feldes mit der besten Rennrunde davon. Tode kontrollierte das Rennen bis ins Ziel und verwies die Vierzylinder-Bikes von Herbert Kaufmann und Damian Cudlin auf die Plätze zwei und drei. Rico Penzkofer wurde sechster.
Rigo Richter wurde für seinen Einsatz nicht belohnt. Nach einem Frühstart und der folgenden Zeitstrafe viel der Hohenstein-Ernstthaler aus den Punkten. Teamkollege Sascha Hommel machte es dagegen besser. Er beendete das Rennen als Zehnter. Nicht mit Punkten belohnt wurde ein tolles Rennen von Dominik Vincon. Als Sechzehnter verfehlte er die Punkteränge nur um einen Platz.

IDM 125:

Eric Hübsch wollte in diesem Jahr um den IDM-Titel mitfahren, in Oschersleben musste er nach diesem Sturz ohne Punkte nach Hause gehen.

Alles sah wieder nach einer klaren Sache für Marcel Schrötter aus. Der Trainingsschnellste gewann auch den Start und behauptete die Führung. Diesmal aber nur bis in die dritte Runde. In den Shell-Esses musste der Honda-Pilot zu Boden. Die Holländer Michael van der Mark und Joey Litjens setzten sich daraufhin an die Spitze des Feldes, dicht gefolgt von Marvin Fritz. Dieses Trio sollte den Sieg unter sich ausmachen.
Am Ende spielte Litjens seine WM-Erfahrung aus und ging 82 Tausendstelsekunden vor Marvin Fritz über den Zielstrich. Van der Mark belgte Platz drei vor Gaststarter Lukass Sembera aus der Tschechischen Republik.
Eric Hübsch (Lichtenstein), von Platz fünf gestartet, stürzte und schloss das Rennen als 24. ab – keine Punkte. Sebastian Eckner (Dresden) lag bis zur Rennhälfte auf einem aussichtsreichen fünften Platz, schied dann jedoch aus.

IDM-Sidecar:

Kampf bis zur Linie – Kornas/Kölsch gewinnen nur knapp vor Grabmüller/Grabmüller

Auf dem EuroSpeedway Lausitz konnte man Mike Roscher und Michael Hildebrand schon für die überlegene Fahrerpaarung des Jahres halten. In Oschersleben setzten die beiden mit der Trainingsbestzeit ihre starke Leistung fort. Nebenbei testeten die TT-Starter im Warm-up ihr F2-Kurzgespann für den Klassiker auf der Insel in wenigen Wochen.

Roscher/Hildebrand tobten sich im Warm-up noch mit dem F2-Kurzgespann aus, im Rennen streikte die Technik am F1-Gespann

Das Rennen dominierten Roscher/Hildebrand aber nur bis zur fünften Runde. Ein technischer Defekt legte das LCR-Suzuki-Gespann lahm und zwang die hessisch-thüringische Paarung zur Aufgabe. Da sie durch die Tourist Trophy den IDM-Lauf auf dem Nürburgring verpassen wird es abzuwarten sein, wer in dieser Saison den Meisterpokal mit nach Hause nimmt.
Das Oscherslebener Rennen gewannen schließlich Adrian Kornas und Axel Kölsch. Auf der Ziellinie fingen sie Michael und Bernd Grabmüller noch ab und verwiesen sie Österreicher mit nur 0,109 Sekunden auf den zweiten Platz. Kurt Hock und Enrico Becker hatten lange Zeit ebenfalls Siegchancen. Hock kam mit seinem sachsen-anhaltinischen Co-Pilot nach schwierigen Überrundungsmanövern auf dem dritten Platz ins Ziel.

Cup-Klassen:

Das Podest im Junior-Cup: Vincon, Meile, Forstenhäusler (v.l.)

Nur 0,275 Sekunden trennten den Sieger Patrick Meile (SUI) vom fünftplatzierten Tobias Hinze im Rennen des ADAC-Junior-Cups. Patrick Vincon sicherte sich im Zielspurt Platz zwei und durfte damit einen weiteren Podestplatz feiern. Felix Forstenhäusler kam als Dritter über die Linie. Giulian Pedone blieb als Vierter nur sechs Tausendstelsekunden vor EuroSpeedway-Sieger Hinze aus Dessau.
Den Yamaha-R6-Dunlop-Cup gewann Filip Altendorfer. Björn Stuppi fiel durch einen kuriosen Auffahrunfall in der Aufwärmrunde aus.

Andy Jordan

Andy Jordan

andyjordan@motorrennsportarchiv.de

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