Roadracing-Festival beim 44. Frohburger ADAC-Dreieckrennen

Thomas Walther aus Schleiz sorgte bei den 250ern für die Show und wurde mit Platz zwei belohnt

In den letzten Jahren im Rennkalender immer weiter nach hinten verrutscht, ist das Dreieckrennen auf dem beliebten schnellen Straßenkurs von Frohburg für viele zum krönenden Saisonabschluss geworden. Auch in diesem Jahr durften sich die Fans und die Organisatoren wieder über volle und gut besetzte Fahrerfelder freuen.
Der Beiname „Joey Dunlop OPEN“, den das Rennen schon seit 2003 besitzt, zog außerdem einige Britisch-Irische Rennfahrer nach Frohburg, darunter der mehrmalige TT-Gewinner Ian Lougher.
Schon am Samstagnachmittag wurden den Zuschauern je ein Rennen der Klassen OPEN/Supersock 1000 und Supersport/Superstock 600 gezeigt. In der Klasse OPEN holte sich der Limbach-Oberfrohnaer IDM-Superbike-Pilot Didier Grams auf seiner Suzuki auch prompt den Sieg vor Steve Coopman und Bernd Scheeder. Bei den 600ccm-Maschinen verpasste René Knöfler aus Chemnitz wie schon im letzten Jahr nur knapp den Sieg. Er wurde hinter dem Belgier Denny Lannoo Zweiter. IDM-Supersport-Pilot Andreas Brandt komplettierte das Podest vor Julien Bull (GBR) und Victor Gilmore (IRL).

Die Spitzengruppe des ersten Laufes zum 3-Nationen-Cup auf der nassen Naturstrecke

Denny Lannoo (vorn) und der spätere Sieger Bernd Scheeder (hinten) in der nach dem im letzten Jahr verstorbenen Streckensprecher benannten „Hartmut-Wagner-Kurve“ vor Start und Ziel

Der Rennsonntag begann zunächst verregnet und so mussten sich die Fahrer des 3-Nationen-Cups als Erste über die nasse Strecke tasten. Besondere Vorsicht war beim Überfahren der weißen Straßenmarkierungen gefragt. Eine Vierergruppe fand am schnellsten das Limit und fuhr dem Rest auf und davon. Die Belgier v.d. Broek, Coopman und Lannoo, sowie Bernd Scheeder als einziger deutscher Vertreter. Bis in die letzte Runde wurde hart gekämpft, wobei Scheeder seine Chance am besten nutzte und im entscheidenden Moment die schnellste Rennrunde in den Asphalt brannte. Im Ziel konnte er einen knappen Vorsprung von einer Sekunde auf das belgische Trio, die in der Reihenfolge Lannoo, Coopman, v.d.Broek die karierte Flagge sahen, für sich verbuchen.
Auch die die Fahrer der 500ccm-Klasse hatten es nicht einfacher. Wolfgang Schuster bewegte seinen Yamaha-Zweitakter am besten über die 4,751 Kilometer lange Naturrennstrecke. Ron Schönfelder und Thomas Beggerow folgten auf den Plätzen Zwei und Drei.

Silvio März auf dem ungefährdeten Weg zum Sieg

Lucy Glöckner wurde für ihre sehenswerte Aufholjagd mit einem Podestplatz belohnt

Als nächstes stand die Klasse bis 125 Kubikzentimeter auf dem Plan und die Strecke begann langsam aber sicher abzutrocknen. Der Trainingsschnellste René Knöfler hatte beste Aussichten auf den Sieg, doch den besten Start erwischte Silvio März, ebenfalls aus Chemnitz. Noch schlechter erging es der Vorjahressiegerin Lucy Glöckner. Die IDM-125-Pilotin aus Krumhermersdorf fand sich nach der ersten Runde nur im Mittelfeld wieder. März setzte sich sofort von seinen Verfolgern ab und auch René Knöfler hatte den zweiten Platz sicher. Dahinter jedoch begann Lucy Glöckner mit konstant schnellen Runden ihre Aufholjagd. Runde um Runde machte sie Plätze gut. Ein dritter Platz sollte am Ende der verdiente Lohn sein.

Andreas Brandt (vorn) hat mit den Regenreifen keine Chance René Knöfler (hinten) hinter sich zu halten

Kaum von der 125er Yamaha abgestiegen ging es für René Knöfler wieder weiter. Für das zweite Rennen der Supersport/Superstock 600 hatte sich der Chemnitzer die Pole Position gesichert. Denny Lannoo, Sieger des ersten Laufes, verzichtete diesmal auf einen Start. Der Sieg war für Knöfler eigentlich nur noch Formsache, eine fast vollständig trockene Strecke machte die Reifenwahl jedoch schwierig. Dennoch lies sich Knöfler den Sieg nicht nehmen, überraschender Zweiter wurde der Nordire Victor Gilmore vor IDM-Supersport-Pilot Udo Reichmann.
Der Seitenwagen-Sprint über sechs Runden sollte es in sich haben. Über die kurze Distanz gibt es nur wenige Überholmöglichkeiten und für den Sieger gibt es volle Punkte Im Seitenwagen-Eurocup. Wie schon über die gesamte Saison sollte sich der Sieg zwischen den Paarungen Lovelock/Lawrence und und den amtierenden Meistern Schoffield/Thomas ausmachen. Im dritten Umlauf übernahm Roger Lovelock die Führung und gab diese bis zum Ziel nicht mehr her. Alan Schoffield und Steve Thomas überquerten den Zielstrich als Zweite, es folgten Knapton/Pickering und Bevers/Verbrugge, die sich in einem harten Fight gegen Reuter/Hildebrand mit nur einer Zehntelsekunde Vorsprung durchsetzten.

Didier Grams feiert seinen Doppelsieg in der OPEN-Klasse mit den Zuschauern

Im zweiten Rennen der Klasse OPEN/Superstock 1000 hatte Didier Grams die Chance den Doppelsieg perfekt zu machen. Das gelang dem 23jährigen mit zehn fehlerlosen Runden vor Harald Kitsch und Bernd Scheeder. Die Superstock-Wertung gewann Alex Schiller vor Onno Bitter und dem österreichischen TT-Pilot Toni Rechberger.

Start der Klasse bis 250ccm – Ian Lougher (1), Thomas Walther (77) und Sieger Hans Smees (11)

In der Klasse bis 250 Kubikzentimeter konnte Thomas Walther aus Schleiz seinen Sieg von 2005 nicht wiederholen. Der Holländische EM-Pilot Hans Smees fuhr ganze zwanzig Sekunden auf Walther heraus. Ian Lougher wurde für sein Kommen leider nicht belohnt und musste seine Honda auf Platz drei liegend nach einem technischen Defekt abstellen.
Lauf zwei zum 3-Nationen-Cup in Frohburg fand diesmal auf trockener Strecke statt. Wieder waren es die Belgier Denny Lannoo und Wim v.d. Broek, sowie Bernd Scheeder, die das Rennen bestimmten. Diesmal ließ v.d. Broek nichts anbrennen und ergriff frühzeitig die Flucht. Scheeder und Lannoo folgten mit zehn Sekunden Rückstand vor Udo Rechmann aus Kesselsdorf.

Das Frohburger Dreieck – Eine der letzten Naturrennstrecken Deutschlands

Den Abschluss bildete das Hauptrennen der Seitenwagen über die doppelte Distanz. Die Briten Roger Lovelock und Rick Lawrence waren einmal mehr die Sieger dieses Rennens. Trotz einiger schwieriger Überrundungen sicherten sie einen Drei-Sekunden-Vorsprung auf Knapton/Pickering und Schoffield/Thomas. Die TT-Teilnehmer Kenny Howles und Douglas Jewell belegten als bestes F2-Kurzgespann den sechsten Platz.

Ein schöner und vor allem unfallfreier Rennsonntag waren für viele Fans und Fahrer ein gelungener Höhepunkt zum Saisonabschluss und Grund genug bei der 45. Auflage des Frohburger Dreieckrennens wieder mit dabei zu sein.

Wann kann man schon einmal einen Sonntag auf der B95 verbringen?!

Die Fahrer aus Großbritannien und Irland mit ihrem Gastgeber Rainer Roßdeutscher (v.l.)

Andy Jordan

andyjordan@motorrennsportarchiv.de

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