Sachsenring bekommt Nachwuchs

Bald wird für eine weitere Rennstrecke in Sachsen der Start freigegeben.

Der ADAC Sachsen will eine eigene Rennstrecke bauen. Entstehen soll der 1,5 km lange Kurs für 2 Millionen Euro ab 2012 in Niedermülsen bei Zwickau. Geplant sind zudem Boxen, Tribünen und die Möglichkeit Fahrsicherheitstrainings durchzuführen.

Offiziell heißt es, man wolle dem sächsischen Nachwuchs Trainingsmöglichkeiten schaffen, die am Sachsenring nicht durchzuführen sind, da die Strecke immer ausgebucht sei. Da die zehn genehmigten Motorsporttage pro Jahr auch nicht erweiterbar sind, ist das verständlich.

Aber es dürften auch andere Faktoren eine Rolle spielen. Mit dem Verkehrssicherheitszentrum an der A9 in Schkeuditz bei Leipzig hat der ADAC Sachsen nur ein Provisorium und mit Verkehrssicherheit kann man mittlerweile viel Geld verdienen (Stichwort: Berufskraftfahrerqualifizierungsgesetz). Von diesem Kuchen bekommt man am Sachsenring als einer von sechs Gesellschaftern nur ein kleines Stück ab.

So sind im Osten Deutschlands mit dem Spreewaldring (2,7 km) und dem Drivingcenter Groß Dölln (Hauptkurs 2,5km) in den letzten Jahren weitere permanente Rennstrecken entstanden, von denen der Normal-Motorsportinteressierte kaum etwas hört. Gut ausgebucht sind die Strecken allemal, davon kann man sich auf den Internetseiten selbst überzeugen:

www.spreewaldring.de
www.drivingcenter.de

Hauptbetätigungsfelder sind Freies Fahren, Rennfahrerlehrgänge (mit Lizenzerwerb), Firmenevents und Fahrsicherheitsveranstaltungen. Und genau für diese Zielgruppen sind die „Großen“, wie Motorsportarena Oschersleben, Eurospeedway Lausitz und Sachsenring schon lange zu teuer geworden. Auch davon kann man sich bei den (teilweise öffentlich einsehbaren) Streckenmieten informieren. Getreu nach dem Motto: Konkurrenz belebt das Geschäft.

Mike Jordan

mikejordan@motorrennsportarchiv.de

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