Thüringen mit „Apollo“ auf Sportwagenkurs

Nähe zum Sachsenring einer der Faktoren für die Standortwahl

Wie von einem anderen Stern – der Sportwagen aus Thüringen sticht mit seinem Design aus der Masse

Die Gumpert Sportwagenmanufaktur GmbH wurde am 01.Januar 2005 gegründet. Namensgeber, Geschäftsführer und Hauptgesellschafter der Sportwagenmanufaktur ist Roland Gumpert, lang-jähriger Manager im  Hause Audi und dort unter anderem als Leiter der Audi Sport Abteilung verantwortlich für 25 Siege bei Weltmeisterschaftsläufen und den Gewinn von 4 Rallye-Weltmeisterschaftstiteln der Quattros. Mit der Rennfahrerlegende Freddy Kottulinsky am Steuer gelang es Gumpert 1980 auf einem Iltis-Jeep die Rallye Paris-Dakar zu gewinnen.

Straßen- und Rennsportversion des Apollo unterscheiden sich nur wenig

Sitz des Unternehmens ist Altenburg in Thüringen. Ausschlaggebend für die Standortwahl waren neben den guten Förderbedingungen in Ostthüringen insbesondere die Automobilzuliefererinfrastruktur im nahen Großraum Leipzig, die Verfügbarkeit von qualifizierten und motivierten Mitarbeitern in der Region, sowie die Nähe zum Sachsenring.
Produktionsstart war im Oktober 2005. Ab 2006 ist eine Jahresproduktion von 60 Fahrzeugen geplant. Erfolg im Rennsport ist eines der definierten Ziele der Sportwagenmanufaktur. Dementsprechend ist man bemüht, die Homologation des Fahrzeugs für verschiedene Rennserien voranzutreiben.

Rennsporttechnik für die Straße

Derzeit ist der Apollo bereits vom französischen Automobilsportverband Fédération Francaise du Sport Automobile (FFSA) als GT-Fahrzeug zugelassen. Bei seinem Renndebüt im Divinol-Cup im April 2005 in Hockenheim konnte der Apollo mit dem belgischen Rennfahrer Ruben Maes am Steuer einen dritten Platz einfahren und das gegen die bis zu 150 PS stärkere Porsche-Konkurenz. Die Manufaktur steht in Kontakt mit einigen Rennteams, die sich für den Renneinsatz des Apollo interessieren. Auch Kurt Thiim wird mit dem Apolloprojekt in Verbindung gebracht. Auf Wunsch wird der Apollo als Rennwagen gemäß FIA GT und ACO Reglement gebaut. Der Basispreis für das Straßenfahrzeug mit 4,2 Liter Biturbomotor und 650PS beträgt 198.000 EURO Netto. 5 Bestellungen sollen bereits vorliegen.

Beeindruckende Heckansicht der nur 1,20 Meter hohen Flunder

Vor etwa drei Jahren entstand die Vision eines Supersportwagens. Es folgte die Definition von technischen Vorgaben, die bei einem solchen Supersportwagen berücksichtigt werden müssen und die ersten Designentwürfe von Marco Vanetta. Am Ende dieses Prozesses stand 2002 das erste 1:4 Modell des Fahrzeuges. Vor etwa zwei Jahren kam der Punkt, an dem Roland Gumpert die Projektleitung übernahm. Mit Uwe Bleck, dem langjährigen Manager/Fahrdynamik, Räder/Reifen, rechnerische Simulation bei der Audi AG, stieß ein weiterer anerkannter Spezialist mit fundiertem Know How in der Fahrzeugentwicklung und -abstimmung dazu. In sehr enger Zusammenarbeit mit anerkannten Experten der TU München und der FH Ingolstadt und weiteren externen Partnern wurden Konstruktionsarbeiten, Computersimulationen und schließlich auch die Windkanalversuche durchgeführt. Auf Basis der Forschungen und Entwicklungsergebnisse wurde zunächst ein 1:1 Modell gebaut und schließlich die ersten beiden Vorserienfahrzeuge des Apollo fertig gestellt. Die Studie stieß sowohl in der Öffentlichkeit als auch bei potenziellen Kunden auf sehr großes Interesse. Im Januar 2005 wurde aus der GMG Sportwagenmanufaktur Altenburg GmbH die Gumpert Sportwagenmanufaktur GmbH. Die neue und prägnante Marke steht ganz im Zeichen des Greif: Dieses Tier aus der Mythologie (halb Löwe, halb Adler – dem Apollo zugeordnet, welcher der Sage nach der Sohn des Gottes Zeus ist) ist ein Sinnbild für Stärke und Schnelligkeit und nicht zuletzt Symbol für die Beherrschung von Erde und Luft. Unter seinem Bild tritt die Gumpert Sportwagenmanufaktur an, um sich gegen die etablierte Konkurrenz am Markt und auf der Rennstrecke zu behaupten.

Technische Daten des Fahrzeugs:

Karosserie: 2-sitziger Sportwagen mit Mittelmotoranordnung, Monocoque-Sicherheitszelle aus Karbon, Chrom-Molybdän-Rahmen
Kraftübertragung: Sequentielles Sechsgang-Getriebe mit Zwei-Scheiben-Kupplung
Fahrwerk: Doppelquerlenker mit über Pushrods betätigten, voll einstellbaren Feder-/Dämpfereinheiten und Querstabilisator
Bremsen: 2-Kreis ABS-Bremsanlage mit 6-Kolben-Festsätteln an Vorder- und Hinterachse
Räder und Reifen: 19 “-Aluminiumräder mit Zentralverschluss
Leergewicht: unter 1.100 kg, Zul. Gesamtgewicht: 1.450 kg
Länge: 4.460 mm, Breite: 1.998 mm, Höhe: 1.244 mm (mit Lufteinlass)
Tankinhalt: 120 Liter

Technische Daten des Motors

Beschreibung: 4,2L Bi-Turbo V8-Motor mit 90°-Zylinderwinkel, 5 Ventile pro Zylinder, 4 obenliegende Nockenwellen, hydraulischer Ventilspielausgleich, 2-flutige Abgasanlage mit je einem Dreiwege-Katalysator
Hubraum: 4.163 cm³
Motorleistung: 478 kW (650 PS) bei 6.000U/min
Max. Drehmoment: 850 Nm bei 4.500 U/min
Literleistung: 114,8 kW/Liter (156 PS/Liter)
Höchstdrehzahl: 7.500 U/min
Höchstgeschwindigkeit: max.360 km/h (je nach aerodynamischer Konfiguration)
Beschleunigung: 0-100 km/h in 3,0s, 0-200 km/h in 8,9s

Fotos: Werk

Mike Jordan

Mike Jordan

mikejordan@motorrennsportarchiv.de

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