Tourenwagen-Sport der Extraklasse

Die MotorsportArena Oschersleben wartet in diesem Jahr erstmals mit dem ADAC TCR Race Weekend als Höhepunkt im Automobilsportkalender auf. Für die noch junge internationale TCR-Serie ist es das einzige Rennwochenende in Deutschland. Seriennaher Tourenwagensport in drei Serien, dazu die Youngster der ADAC Formel 4 und die Oldies der Haigo-Historic-Serie, standen auf dem Programm. Das Highlight war eine für alle Besucher frei zugängliche Präsentation aller teilnehmenden TCR-Fahrer mit ihren Fahrzeugen auf der Start- und Zielgerade.

Die übliche Rangelei in der Startkurve von Oschersleben

Die übliche Rangelei in der Startkurve von Oschersleben


TCR International Series

Homola hatte die beste Abstimmung beim Reifenpoker und der Setupeinstellung vor dem 1. Lauf bei gemischten Bedingungen

Homola hatte die beste Abstimmung beim Reifenpoker und der Setupeinstellung vor dem 1. Lauf bei gemischten Bedingungen

Der Inhaber der Pole-Position Dusan Borkovic, Berg-Europameister 2012 der Tourenwagen, war mit seinen 2,07 Meter Länge nicht zu übersehen. Er war sprichwörtlich der überragende Fahrer des Wochenendes. Zwar konnte er seine Pole im ersten Lauf nicht ins Ziel bringen, aber im zweiten Lauf gelang ihm mit seinem Seat Leon wieder ein zweiter Platz, von Startplatz neun startend. Der Brite James Nash, ebenfalls Seat Leon, schloss in der Gesamtwertung mit zwei dritten Plätzen zu Pepe Oriola auf, welcher zwar den zweiten Lauf souverän gewann, aber im ersten Lauf nur zehnter wurde. Diesen ersten Lauf gewann der Slovake Mat´o Homola vom B3 Racing Team Hungary. Der Georgier Davit Kajaia, der im zweiten Lauf entsprechen des Reverse Grid (umgekehrte Startreihenfolge der ersten Zehn) die Pole einnahm, musste sich erst Oriola, dann Nash geschlagen geben, bevor er mit Radaufhängungsbruch liegenblieb. Im Mittelfeld waren sehenswerte Kämpfe angesagt. Der Gaststarter und einzige deutsche Teilnehmer Niklas Makschin, eingesetzt vom Team Liqui Moly Engstler, konnte die Plätze neun und acht für sich verbuchen.

TCR Germany

 Dominik Fugel, bisher ganz ohne Punkte, fuhr im ersten Lauf der TCR Germany zum Sieg

Dominik Fugel, bisher ganz ohne Punkte, fuhr im ersten Lauf der TCR Germany zum Sieg

Im Sprintrennen am Samstag fanden sich in der Startkurve nicht nur Steve Kirsch und Harald Proczyk im Kiesbett wieder. In der zweiten Runde das gleiche Bild, da die Strecke in der Anbremszone dort noch sehr feucht war. So war das Rennen für Kai Jordan und Mike Beckhusen, dem Sohn des Motorboot-Weltmeisters Bernd Beckhusen, dann auch bald zu Ende. Dominik Fugel, für den ADAC Sachsen fahrend, fand sich zunächst unerwartet auf einem guten dritten Platz wieder. Mario Dablander auf Platz zwei wurde mit einer Drive-Through-Strafe für einen Frühstart belegt. Somit war Fugel Zweiter und hielt diese Position bis zum Ziel. Mit einsetzendem Regen kamen erneut erschwerte Bedingungen ins Spiel. Harald Proczyk (Seat), der Gesamtführende mit 30kg Handicap-Zuladung als Vierter, dann Dritter, musste sich am Ende mit Platz Sieben zufrieden geben. Start-Ziel-Sieger aber wurde zunächst der Engländer Josh Files, doch am Ende kam dann alles anders.

Zweiter Lauf Fugel kämpft sich durchs Feld, Jordan erlebt ein schwarzes Wochenende

Zweiter Lauf Fugel kämpft sich durchs Feld, Jordan erlebt ein schwarzes Wochenende

Wegen Arbeitens am Auto nach der 3-Minuten-Startmarke wurden Files und drei weitere Fahrer mit 30 Sekunden bestraft. Wertung nach Abarbeitung aller Proteste: Fugel (Honda) vor Halder (Seat) und Kirsch (Honda). Proczyk wurde als Fünfter gewertet, Files als Neunter. Im zweiten Lauf ließ Josh Files dann die Reifen glühen. Von Platz 10 gestartet arbeitete er sich kontinuierlich nach vorn und gewann diesen Lauf, welcher von zwei Safty-Car-Phasen unterbrochen wurde. Die beiden Honda-Piloten Kirsch und Fugel bauten jeweils Konkurrenten, Wiese und Kiesbett mit in Ihre Linienführung ein und erzielten in diesem Lauf nur die Plätze neun und dreizehn. Josh Files (95 Punkte) führt nun in der Gesamtwertung vor Proczyk (zweimal fünfter, 90 Punkte), Steve Kirsch (64 Punkte) folgt als Dritter bereits mit Respektsabstand.

ADAC Formel 4

Der erste Lauf des Wochenendes wurde nach der ersten Kurve mit der roten Flagge gestoppt. Mehrere Fahrzeuge aus der zweiten Hälfte des Feldes mussten geborgen werden und das trotz eines Briefings, welches extra nach den vielen Zwischenfällen in den ersten Rennen der Saison am Vortage angesetzt worden war. Der Österreicher Thomas Preining behauptete danach auch beim Restart seine Führung. Mick Schumacher verlor den zweiten Platz an Joey Mawson, seinen Meisterschaftskonkurrenten und letztjährigen Teamkollegen. Für das Manöver des Rennens sorgte Joey Mawson (Van Amersfoort Racing), der im Tripple spektakulär außen herum Preining (Lechner Racing) überholt und zum Sieg eilt. Schumacher wurde Dritter (Prema Powerteam) und hält damit den Fight mit Mawson um den diesjährigen Titel aufrecht. Der Reichenbacher Toni Wolf (KUG Motorsport) musste zum wiederholten Male in diesem Jahr an der Box einparken.

Thomas Preining von Lechner Racing fährt drei souveräne Rennen, wird allerdings im zweiten Lauf wegen Untergewichts disqualifiziert

Thomas Preining von Lechner Racing fährt drei souveräne Rennen, wird allerdings im zweiten Lauf wegen Untergewichts disqualifiziert

Rennen 2 verlief nach dem Chaos des Vortags verhältnismäßig unspektakulär. Mawson vorn, Schumacher hält den zweiten Platz und Preining den dritten. Wegen eines untergewichtigen Fahrzeugs musste Thomas Preining seinen Pokal allerdings an Mike David Ortmann vom ADAC Berlin-Brandenburg abgeben.

Mawson geht mit 20 Punkten Vorsprung vor Schumacher in die zweite Saisonhälfte

Mawson geht mit 20 Punkten Vorsprung vor Schumacher in die zweite Saisonhälfte

Das dritte Rennen des Wochenendes ließ alle guten Vorsätze wiederum vergessen und begann schon mal mit einer Extra-Formationsrunde wegen nicht exakt eingenommener Startplätze. Die umgedrehte Startreihenfolge auf den ersten 10 Plätzen machte Mawson und Schumacher zu Jägern. Joey Mawsons Drang nach vorn wurde von Jannes Fittje gestoppt. Der Australier fuhr sich am US-Racing-Wagen des Thüringers das Rad ab. Nach einem Safty-Car-Einsatz kam es vor dem Restart zu einem Unfall auf der Gegengeraden, wonach das Führungsfahrzeug kurzerhand auf der Strecke blieb Das wurde aber nicht allen Fahrern kommuniziert. So überholte Schumacher noch unter Gelb und die vom Safety-Car überraschten Piloten fuhren auf der Start- und Zielgerade aufeinander. Mit viel Glück blieben alle Beteiligten unverletzt. Wieder wurde das Rennen für 20 Minuten gestoppt. Nach dem erneuten Start unter dem Safty-Car erhielt Schumacher eine Drive-Through-Strafe und somit war für ihn die Möglichkeit auf Mawson in der Gesamtwertung aufzuschließen dahin. Vorn fuhr Kim Luis Schramm (US Racing) in seiner vierten Formel-4-Saison zum ersten Rennsieg und verwies Leonard Hoogenboom (van Amersfoort Racing) auf Platz zwei. Dritter wurde der US-Amerikaner Juan Manuel Correa vom Prema Powerteam. Mawson führt nun mit 20 Punkten vor Schumacher zur Saisonhalbzeit.

DTC

In der DTC-Serie (Deutscher Tourenwagen Cup) gewann Heiko Hammel aus Forchtenberg beide Läufe mit seinem Ford Fiesta ST und führt die Tabelle zur Halbzeit an. Milenko Vokovic (Audi A3) ist nun zweiter, da der Schwede und bisherige Meisterschaftsführende Fredrik Lestrup (DTC Mini JCW) zu beiden Läufen nicht starten konnte. Trotz Nachtschicht des gesamten Teams kam das Fahrzeug auch am zweiten Tag nicht zum Laufen.

Heiko Hammel,hier vor Reinhard Nehls, feiert einem Doppelsieg in der DTC

Heiko Hammel,hier vor Reinhard Nehls, feiert einem Doppelsieg in der DTC

Mike Jordan

Mike Jordan

mikejordan@motorrennsportarchiv.de

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