Troy Bayliss verpasst Titelentscheidung am EuroSpeedway Lausitz

Max feiert nach einem gelungenen ersten Lauf auf dem EuroSpeedway Lausitz

Vor 51.400 Zuschauern hätte Troy Bayliss den Superbike-Titel 2006 in das Haus von Ducati zurückholen können, doch wie schon der spätere Weltmeister Troy Corser im letzten Jahr verpasste er die Vorentscheidung am EuroSpeedway Lausitz. Nun werden die verbleibenden Läufe in Imola und Magny-Cours die Titel-Entscheidung bringen müssen.

Rad an Rad – Der Kampf um den Laufsieg in Rennen 1

In den Zeittrainings der Superbikes dominierte einmal mehr der australische Titelfavorit Troy Bayliss auf seiner Ducati 999. Landsmann Troy Corser (Suzuki), der amtierender Superbike-Weltmeister, folgte mit einem Abstand von über einer halben Sekunde. Im Rennen um die Meisterschaft 2006 liegt Corser dagegen abgeschlagen auf Rang vier. Yamaha-Pilot Noriyuki Haga ist Bayliss mit 102 Punkten Rückstand am dichtesten auf den Fersen, benötigt aber dringend einen Sieg, um Bayliss im Kampf um den Titel noch einheizen zu können.

Yukio Kagayama: holte für Suzuki in der Lausitz die Kohlen aus dem Feuer

Max Neukirchner kämpft derzeit noch mit seinem neuen Arbeitsgerät von Suzuki. Im entscheidenden Training um den Einzug in die Superpole steigerte er sich auf den sechzehnten Platz und sicherte sich damit die letzte Fahrkarte. In seiner heißen Runde setzte Max alles auf eine Karte und erzielte trotz eines wilden Rutschers in der letzten Kurve noch den dreizehnten Startplatz. Trotzdem war Neukirchner mit seiner Leistung zufrieden. Die Suzuki hat ein gutes Handling, doch die Fitness des Stollbergers war nach der Verletzungspause noch nicht hundertprozentig wiederhergestellt, sodass besonders der Kurvenspeed ausbaufähig war. „Mit jedem Kilometer wird das Vertrauen zur Maschine besser“ so Max Neukirchner, der sich für den Sonntag einige Fahrwerksänderungen vornahm, die ihn einen Platz unter den besten Zehn bescheren sollten.
Die Superpole gewann, wie sollte es anders sein, Troy Bayliss (Ducati) vor Noriyuki Haga (Yamaha), James Toseland (Honda) und Andrew Pitt (Yamaha). Mit einer sicheren und kontrollierten Superpole-Runde unterstrich der Weltmeister aus dem Jahr 2001 sein bisher perfektes Wochenende auf dem EuroSpeedway. „Ich mag es, hier zu fahren“, so der ehemalige MotoGP-Pilot.
IDM-Superbike-Meister Stefan Nebel qualifizierte sich bei seinem Wildcard-Einsatz auf der Docshop-Kawasaki als 22er. Der Belgier Didier van Keymeulen, ebenfalls aus der IDM-Superbike, stellte seine Yamaha sogar auf den 20. Startplatz.

Kann den Titel nun erst in Imola oder sogar Magny-Cours klar machen – Troy Bayliss

Zum Start des ersten Laufes unterstrich Troy Bayliss seine Titelambitionen. Der Ducati-Pilot setzte sich sofort an die Spitze des Feldes und profitierte von den Positionskämpfen unter den Verfolgern Haga und Corser. Mit schnellen Rennrunden baute er sein Polster auf bis zu zwei Sekunden aus, als er in Runde fünf zu Boden musste. Der Ausrutscher kostete Bayliss nicht nur die Führung des Rennens, sondern auch die mögliche Vorentscheidung im Kampf um die Weltmeisterschaft.
Der Laufsieg sollte sich nun zwischen Bayliss-Verfolger Noriyuki Haga, der die Punkte unbedingt braucht und den Alstare-Corona-Suzuki-Fahrern Corser und Kagayama entscheiden. Max Neukirchner arbeitete sich nach einem mittelmäßigen Start bis auf die zwölfte Position vor und behauptete sich gegen renommierte Superbike-Piloten, wie zum Beispiel Ruben Xaus oder Norick Abe. Troy Bayliss ging derweil wie das heiße Messer durch die Butter – Runde um Runde arbeitete er sich bis in die Punkteränge vor. Auch Max Neukirchner hatte dem Australier nichts entgegenzusetzen.

Eng geht es bei der stark besetzten WM der Superbiker zu – Max Neukirchner mitten im Getümmel des ersten Laufes

An der Spitze setzte sich Yukio Kagayama in der letzten Runde durch. „Ich bin das ganze Rennen über 110% gefahren“, so der Japaner, der am Ende noch die besten Reifen hatte. Er verwies Haga, der sich mit Schmerzen im linken Handgelenk durchbiss, und Teamkollege Corser auf die Plätze Zwei und Drei. Es folgten Andrew Pitt und Alex Barros (Klaffi-Honda), der sich im Honda-internen Duell gegen die beiden Ten-Kate-Hondas von Karl Muggeridge und James Toseland durchsetzte. Troy Bayliss rettete mit Platz sieben wichtige WM-Punkte ins Ziel, daran änderte auch ein weiterer Ausrutscher drei Runden vor Schluss nichts. Max Neukirchner hielt die dreizehnte Position bis ins Ziel und holte damit auf der Suzuki die ersten Punkte im Trockenen.

Kommt mit der Suzuki immer besser zurecht – Max Neukirchner war bei seinem zweiten Auftritt mit der Alstare-Suzuki schon beeindruckend schnell unterwegs

Im ersten Lauf bester Honda-Pilot, musste Alex Barros im zweiten Rennen zu Boden

Der zweite Lauf hatte kaum begonnen, da war er für Max Neukirchner auch schon wieder zu Ende. Eine gebrochene Radaufhängung war für das frühe Aus verantwortlich und der 23jährige musste bereits nach Runde 1 die Box ansteuern. An der Spitze des Rennens hatte sich eine Dreiergruppe bestehend aus James Toseland (Honda), Troy Bayliss (Ducati) und Noriyuki Haga (Yamaha) gebildet. Yukio Kagayama (Suzuki), Sieger des ersten Laufes stieß auch bald dazu, sodass alles danach aussah, dass der Sieg unter den vier führenden Marken der Weltmeisterschaft ausgemacht werden sollte. Außerdem hätte Bayliss nur neun Punkte gegenüber Haga herausholen müssen, um die WM 2006 vier Rennen vor Saisonende für sich zu entscheiden. In der Schlussphase baute der Hinterreifen des Australiers jedoch zu stark ab. Bayliss musste Toseland und Haga ziehen lassen, die den Sieg daraufhin in einem sehenswerten Duell unter sich ausmachten. Dem angeschlagene Noriyuki Haga gelang es dabei aber nicht den Weltmeister aus dem Jahr 2004 von der Führungsposition zu verdrängen. James Toseland fuhr damit nach einer schwierigen Saison seinem zweiten Saisonsieg entgegen. „Ich bin froh wieder vorn dabei zu sein“ beschrieb der Brite seinen ersten Sieg seit dem Auftakt in Qatar. Noriyuki Haga zögerte die Titelentscheidung mit zwei zweiten Plätzen und damit 40 Punkten weiter hinaus. Drei Sekunden hinter dem Führungsduo folgte Troy Bayliss, vor Yukio Kagayama.
Der deutsche Wildcardpilot Stefan Nebel belegte bei seinem zweiten Superbike-WM-Einsatz den 20. Platz im zweiten Lauf. Im ersten Rennen erreichte er das Ziel nicht.

Das Rennen zur Supersport-Weltmeisterschaft gewann der Türke Kenan Sofuoglu auf Ten-Kate-Honda. Es war der zweite Saisonsieg für den ehemaligen deutschen Yamaha-Cup-Piloten.

Bei der Superbike-Weltmeisterschaft gibt´s nicht nur schöne Motorräder…

Corona by Night

Glückwunsch den Gewinnern der Eintrittskarten-Verlosung. Freuen auf zwei Eintrittskarten durften sich: Petra Caldonazzi, Hard (AUT), Sören Hildebrand, Olbernhau und Angela Daniel, Plossig.

Andy Jordan

Andy Jordan

andyjordan@motorrennsportarchiv.de

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