Zuschauerrekord bei Motorrad-WM

216.457 Zuschauer sahen faszinierende Kämpfe

Auf ein heißes Rennwochenende konnten sich die Fans auf dem Sachsenring freuen. Mit bis zu 35 Grad war es bei den Trainingsläufen am Freitag am wärmsten. Der Abend brachte starke Gewitter mit Windböen über der Region. Auf dem Ankerberg gab es dabei 41 Verletzte durch umherfliegende Gegenstände, 18 Rennbesucher mussten in das Krankenhaus eingeliefert werden.
Am Samstag und Sonntag zeigte sich das Wetter wieder von seiner besseren Seite, sodass man nach der Rückkehr des Grand-Prix 1998 in diesem Jahr mit 216.457 Besuchen einen neuen Zuschauerrekord der laufenden Saison verbuchen konnte. Neben den Rennen der Grand-Prix-Klassen sahen die Fans auch den BMW-Power-Cup, sowie zwei Läufe zum ADAC-Junior-Cup.

MotoGP:

„I´m sorry Mike“ – Rossi zog mit seinem 76. Grand-Prix-Sieg mit Mike Hailwood gleich

Die Pole-Position auf dem bei den MotoGP-Piloten umstrittenen Sachsenring sicherte sich Nicky Hayden (USA), der Sieger des Rennens in Laguna Seca, der am Samstag 24 Jahre alt wurde. Sete Gibernau (SPA) und Alex Barros (BRA) komplettierten die erste Reihe. Valentino Rossi (ITA), der nach eigenen Aussagen mit der Strecke nicht zu Recht kommt, startete bei seinem 150. Grand-Prix-Start vom vierten Startplatz. Einziger deutscher in der Königsklasse des Motorradsports ist Alex Hofmann auf Kawasaki. Er hatte im Qualifikationstraining nur eine halbe Sekunde Rückstand auf die Pole-Position und erreichte damit den 13. Startplatz.

Kurzes Rennen – Alex Hofmann wurde ausgerechnet beim Heim-Grand-Prix vom Teamkollegen Jacque abgeschossen

Doch die Freude reichte nur bis zur ersten Kurve. Zusammen mit Teamkollege Olivier Jacque (FRA) und Shane Byrne (GBR) fand man sich nach wenigen Metern im Kies wieder. An der Spitze führte Hayden vor Rossi, der einen guten Start erwischte. Es bildete sich eine Spitzengruppe in der außerdem noch Barros und Gibernau mitmischten. In der fünften Runde blieb John Hopkins (USA) nach einem schweren Sturz eingangs Omega auf der Strecke liegen. Das Rennen wurde daraufhin sicherheitshalber abgebrochen. Er war bereits im 2. freien Training schwer gestürzt und hatte sich den 5. Mittelfußknochen des linken Fußes gebrochen, den Brustkorb und die rechte Hand geprellt, sogar einige Zähne wurden beschädigt.

Sete Gibernau – Sieg in der letzten Runde verschenkt

Beim Neustart des Rennens gab es keine weiteren Zwischenfälle. Sete Gibernau schob sich am dritteplatzierten Barros vorbei. Kurz darauf lag er zusammen mit Valentino Rossi an der Spitze des Feldes. Die Spitzengruppe bestehend aus Giberbau, Rossi, Hayden, Barros und Biaggi (ITA) machte die Podiumsplatzierungen unter sich aus, während Shinya Nakano (JPN) auf der einzigen verbliebenen Kawasaki um den Anschluss kämpfte. In den letzten Runden spitzte sich das Duell auf Rossi und Gibernau zu. Valentino Rossi konnte auf den Spanier aufschließen und Druck ausüben. Gibernau verbremste sich im letzten Umlauf in der Startkurve und konnte sich nur mit Mühe vor Nicky Hayden halten. Rossi nutzte den Fehler des Spaniers aus und gewann damit sein achtes Rennen der laufenden Saison. Hayden wurde dritter vor Biaggi und Barros. Shinya Nakano holte mit dem sechsten Platz wichtige WM-Punkte. Seine ersten WM-Punkte der Saison holte Franco Battaini (ITA) auf der Blata-WCM mit Platz 15. Sitzt er in 4 Wochen beim Brünn GP schon auf der neuen 6-Zylinder-Blata?

125ccm:

Auch die Talente in der 125ccm-Klasse kämpften bis zum Rennabbruch

In der zurzeit am härtesten Umkämpften Grand-Prix-Klasse sicherte sich der Finnische KTM-Pilot Mika Kallio die Pole-Position. Der Schweizer Thomas Lüthi, der 2001 den Lauf des ADAC-Junior-Cups im Rahmen des WM-Laufs am Sachsenring gewinnen konnte und derzeit nur einen Punkt hinter den WM-Führenden Gabor Talmacsi (HUN) und Mattia Pasini (ITA) liegt, startete vom dritten Startplatz. Bester Deutscher in der Startaufstellung war Sandro Cortese mit dem 15. Platz.
Nach dem Start konnte Tom Lüthi in der ersten Runde die Spitze des Feldes übernehmen. Positionskämpfe in der Spitzengruppe sorgten für viel Spannung in den ersten Runden. Ein Sturz vom Führenden der WM-Wertung Mattia Pasini verbesserten die Chancen für Lüthi die Führung der Gesamtwertung zu übernehmen. Doch auch der Ungar Talmacsi, der in der WM mit Pasini gleichauf liegt, war Mitglied der Spitzengruppe. Überraschend hielt Lukas Pesek (CZE) auf Derbi in der sechsköpfigen Spitzengruppe mit. Sein bestes Saisonresultat war ein neunter Platz im Regenrennen von Shanghai.

Zum zweiten Mal hintereinander in den Punkten – Sandro Cortese Im Aufwärtstrend

Tom Lüthi könnte der erste schweizer Motorrad-Weltmeister seit Stefan Dörflinger 1985 werden

Ranseder und Bradl – Vertrag: Für die nächsten vier Jahre für KTM in Weltmeisterschaft

Ein Sturz vom Ex-Weltmeister Manuel Poggiali (RSM) in der schnellen Bergab-Passage am Medical-Centre sorgte für den Rennabbruch sechs Runden vor Schluss. Seine Gilera blieb auf der Strecke liegen und war damit eine Gefahr für die folgenden Fahrer. Das Rennen wurde nach der 20. Runde gewertet. Mika Kallio gewann vor Lüthi, der damit die WM-Führung übernahm, und Marco Simoncelli (ITA). Der österreichische KTM-Wildcardpilot und amtierende Deutsche Meister der 125ccm-Klasse Michael Ranseder wurde nach Barcelona und Assen zum dritten Mal als 12. abgewunken. Sein bestes Saisonresultat erreichte Sandro Cortese mit Platz 14 als bester deutscher Pilot. Die weiteren Deutschen Fahrer waren Stefan Bradl auf Platz 16 und Dario Giuseppetti als Achtzehnter. Patrick Unger aus Oberlungwitz fuhr als 21. über den Zielstrich, Manuel Mickan wurde 24.

250ccm:

Trotz verbogenem Auspuffes zum überlegenen Sieg – Dani Pedrosa

Die schnellste je in der 250-Klasse gefahrene Runde auf dem Sachsenring konnte Alex de Angelis aus San Marino für sich verbuchen. Mit 1:24,618 war er im Qualifikationstraining der schnellste vor dem WM-Favoriten Daniel Pedrosa (SPA). Jorge Lorenzo (SPA) und Sebastian Porto (ARG) komplettierten die erste Reihe. Die Hohenstein-Ernstthaler Steve Jenkner und Dirk Heidolf starteten von den Positionen 16 und 18. Als letzter qualifizierte sich Wildcardfahrer Thomas Walther aus Schleiz als 32.
Nach einem guten Start wählte Yukio Takahashi (JPN) einen optimistischen Bremspunkt für die erste Kurve. Er musste in das Kiesbett ausweichen, sodass der Spanier Lorenzo vorerst sie Führung übernahm. Lorenzo wurde jedoch in den folgenden Umläufen zurückgereicht und stürzte schließlich nach einer Berührung mit Pedrosa, der sich dabei seinen Auspuff verbog. Hiroshi Aoyama, der beim Donington Grand Prix in Führung liegend stürzte, übernahm damit die Führung vor de Angelis. In den folgenden Runden änderte sich die Reihenfolge in der Spitzgruppe mehrmals. Daniel Pedrosa fuhr unbeeindruckt von seinem verbogenen Auspuff die schnellsten Rennrunden und mit schnellen 1:25er Zeiten konnte er sich sogar von seinen Konkurrenten absetzen. Nur Alex de Angelis konnte ihm folgen, jedoch mit einem Respektabstand. Um den letzten Podiumsplatz kämpften Aoyama, Dovizioso und Porto. Daniel Pedrosa ließ in den letzten Umläufen nichts mehr anbrennen und sicherte sich seinen fünften Saisonsieg. Alex de Angelis fuhr einen sicheren zweiten Platz nach Hause. Hiroshi Aoyama konnte sich als Dritter behaupten. Ihm folgten Dovizioso und Porto.

Heimspiel mit guter Punkteausbeute – Dirk Heidolf

Erster Punkt für Steve Jenkner – vor drei Jahren stand er am Sachsenring noch auf dem Podium

Für Dirk Heidolf und Steve Jenkner war der Sachsenring GP positiv verlaufen. Dirk Heidolf fuhr als 13. sein bestes Saisonergebnis ein. Steve Jenkner konnte nach einem schlechten Start mit dem 15. Platz den ersten Punkt einfahren. Thomas Walther beendete das Rennen auf Platz 23, Franz Aschenbrenner schied aus.

Großes „Medieninteresse“ am Grand-Prix-Lauf auf dem Sachsenring – Auch TV-Wiederau war da

Wird der Motorrad-WM-Zirkus auch nach 2006 am Sachsenring zugast sein? – die Verhandlungen laufen

Andy Jordan

Andy Jordan

andyjordan@motorrennsportarchiv.de

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