21.361 Zuschauer feiern Max Neukirchner in Schleiz

Bei Temperaturen von weit über 30 Grad gewann Max Neukirchner für das 3C-Racing Team auf der Ducati 1199 Panigale R beide Superbike-Rennen mit Vorsprung (5,9 und 11,5 sek) vor seinem Team- und Markenkollegen Xavi Forés. Die Zuschauer auf dem Schleizer Buchhübel feierten ihn dementsprechend. Aufgrund eines Sturzes im ersten Lauf am Nürburgring hat er in der Meisterschaftswertung dennoch 21 Punkte Rückstand auf seinen spanischen Teamkollegen. So muss er in den verbleibenden sechs Läufen in Assen, Lausitzring und Hockenheim alles geben, um den Punktestand noch zu seinen Gunsten zu drehen.

v.l.: Xavi Forés, Max Neukirchner und Markus Reiterberger

v.l.: Xavi Forés, Max Neukirchner und Markus Reiterberger

Markus Reiterberger kam in beiden Läufen auf den dritten Platz, den er auch in der Tabelle zementiert hat. Der Neuzugang und dritte Fahrer für das 3C-Team Lorenzo Lanzi konnte noch nicht ganz zu seinen Teamkollegen aufschließen. Ausgerechnet der Fahrer, der 2008 vom Rammstoss Carlos Checas gegen Max Neukirchner in Valencia profitierte und den Laufsieg in der Superbike-WM erlangte, komplettiert nun das 3C-Team. Der Italiener wurde im ersten Lauf auf Platz acht durchgereicht, im zweiten Lauf gab er mit dem vierten Platz schon einmal einen Einblick, dass noch mehr geht.

Dominik Vincon

Dominik Vincon

In der Superstock-Wertung musste in Lauf 1 am Samstag Lucy Glöckner einen herben Rückschlag in Kauf nehmen. Sie stürzte in der ersten Runde. Nach 18 Runden konnte Dominik Vincon auf der Stilgenbauer-BMW seinen ersten Saisonsieg vor dem Tabellenführer Marco Nekvasil, ebenfalls auf BMW S1000RR, verbuchen. Gaststarter Marc Moser wurde auf seiner Ducati Dritter. Im zweiten Lauf drehte Nekvasil wieder wie gewohnt auf, nachdem zunächst Lucy Glöckner führte. Am Ende mussten Marc Moser, Dominik Vincon und Lucy Glöckner mit den Plätzen 2-4 Vorlieb nehmen. Nekvasil führt nun mit 35 Punkten in der Gesamtwertung vor Glöckner. Vincon hat mit Leon Bovee, Chris Burri und Alex Phillis weitere Konkurrenten im Kampf um den dritten Gesamtrang im Nacken.

Roman Stamm (Mitte) ist jetzt alleiniger Tabellenführer

Roman Stamm (Mitte) ist jetzt alleiniger Tabellenführer

IDM Supersport:

Im Meisterschafts-Duell des Jahres zwischen Roman Stamm (Kawasaki ZX-6R) und Marvin Fritz (Yamaha YZF-R6) konnte der Schweizer Stamm zwei Laufsiege verbuchen. Marvin Fritz wurde Zweiter und Vierter und büßte damit wertvolle Punkte in der Meisterschaft ein, nachdem nach Lauf 1 am Samstagabend Punktegleichstand herrschte. Im zweiten Lauf hinderte ihn ein Fahrfehler in der Startkurve daran, die davonziehende Gruppe noch aufzumischen. Kerschbaumer wurde zweimal Dritter, und hat auch in der Meisterschaft einen komfortablen dritten Rang inne. Yamaha-Cup-Leader Lukas Trautmann, der für das Freudenberg Racing-Team wieder einen Gaststart in der IDM Supersport absolvierte, konnte mit einem zweiten und einem vierten Platz seine Klasse bestätigen. Ebenfalls keine Punkte erhält der Gaststarter Thomas Walter aus Schleiz, der mit den Plätzen 11 und 10 dem einheimischen Publikum wieder eine gute Leistung zeigte.

Lukas Trautmann (50) führt das Supersportfeld an

Lukas Trautmann (50) führt das Supersportfeld an

Yamaha R6-Dunlop-Cup:

Hier ging es eigentlich nur um die Frage, ob ein anderer Fahrer den Seriensieger Lukas Trautmann stoppen kann. Um es vorwegzunehmen: Nein. Trotz der Doppelbelastung in der Supersport-Klasse siegte er mit 2,59 Sekunden vor dem Vorjahres-Cupsieger Dominik Engelen, der in diesem Jahr erstmals als Zweiter ins Ziel kam und dort auch in der Tabelle steht. Max Fritzsch (Freudenberg ADAC Sachsen) produzierte wiederum einen Nuller. Er stürzte an zweiter Stelle liegend und setzt damit sein Auf und Ab in dieser Saison fort. Manou Antweiler wurde Dritter und erzielte seinen zweiten Podestplatz in Folge. In der Tabelle belegt er Platz 8 hinter Max Fritzsch. Trautmann kann sich nun in Assen bereits den Titelgewinn sichern.

IDM Sidecar:

Der Lauf der Seitenwagen stand ganz im Zeichen des Unfalls am Sachsenring vor einer Woche, bei dem Beifahrer Enrico Becker tödlich verunglückte und der Fahrer Kurt Hock seitdem in der Klinik Chemnitz liegt. Nachdem auch Steinhausen/Kölsch nach einem schweren Unfall in Rijeka fehlen, sind die nächsten Anwärter in der Meisterschaft die Vorjahresmeister Kretzer/Lehnertz. Diese hatten jedoch im Training mit Technikproblemen zu kämpfen und zum Abschlusstraining hatten sie auch noch einen Ausrutscher mit Überschlag.

Josef Sattler/Stefan Trautner

Josef Sattler/Stefan Trautner

Kretzer/Lehnertz gingen dennoch hinter den Trainingsschnellsten Sattler/Trautner als zweites Gespann an den Start. Im Rennen fanden Sie sich auch noch hinter Rutz/Hofer auf der dritten Position wieder. Diese konnten sie alsbald überholen und kamen an die Führenden heran. Dann begann das Dilemma der Überrundungen. Ob das komplette Hinterfeld die blauen Flaggen nicht sah oder sehen wollte? Jedenfalls wurde das Führungsduo ganze dreimal zwischen Buchhübel und Querspange von einem Nachzügler auseinander gerissen. So konnten Kretzer/Lehnertz keinen Angriff auf die Führenden unternehmen. Dritter wurden Rutz/Hofer. In der Tabelle wird der Kampf ganz eng zwischen diesen drei Paarungen. Noch stehen dort Hock/Becker ganz oben, ob ihrer Leistungen in der ersten Saisonhälfte.

ADAC Junior Cup:

Es steht 2:2. Nach zwei Siegen von Lucas Tulovic (ADAC Nordbaden) folgten nun zwei Siege von Tim Georgi (ADAC Berlin/Brandenburg). In Oschersleben konnten ja beide nicht punkten. Georgi, der die Strecke in Schleiz vorher nicht kannte und souverän Pole und Sieg herausfuhr, führt nun mit einem Punkt vor Tulovic. Mark Zellhöfer (ADAC Nordbayern) wurde Dritter und belegt diesen Platz auch in der Tabelle.

Tim Georgi

Tim Georgi

IG-Königsklasse:

Das Programm wurde abgerundet durch die Klänge der Zweitakter der IG Königsklasse. Hier zeigte unter anderem Patrick Unger auf einer 125ccm KTM sein Können. Er war als Techniker maßgeblich am Titel von Marc Marquez in der 125er Klasse im Jahre 2010 beteiligt. Aktuell betreut er mit Jack Miller vielleicht den nächsten Weltmeister in der Moto 3-Klasse.

Die IDM findet Ihre Fortsetzung in Assen, um dann im Rahmen der Speedweek vom 21.-24. August (allerdings ohne die Superbike- und Superstock-Klasse) wieder nach Deutschland zurückzukehren. Die Superbike- und Superstock IDM fahren am 13./14. September auf dem Lausitzring erstmalig im Rahmen der DTM.

Mike Jordan

Mike Jordan

mikejordan@motorrennsportarchiv.de

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