Doppelsiege für Tung und Radermecker in der Lausitz

Beim zweiten BERU-Top10-Wochenende des Jahres 2006 konnten Ho-Pin Tung (CHN) im Recaro Formel-3-Cup und Vincent Radermecker in der ADAC-Procar-Meisterschaft jeweils einen Doppelsieg landen. Auch die Markenpokale von Ford, Toyota und VW zeigten bei freiem Eintritt für alle Zuschauer spannenden Motorsport.

Formel 3:

Joey Foster – Ein technischer Defekt kostete ihn am Sonntag den Sieg

Vom Start weg konnte sich das Führungsduo der Gesamtwertung des Recaro Formel-3-Cups Ho-Pin Tung (CHN) und Joey Foster (GBR) vom Rest des Feldes absetzen. Auf Rang drei folgte der Holländer Renger van der Zande, der im Team von Rüdiger Seyffarth aus Querfurt startet. Nico Hülkenberg (Emmerich) fiel nach einem schlechten Start vom zweiten Startplatz auf Rang sechs zurück.
Ein Unfall von Denis Watt (AUT) führte kurz vor Ende des Rennens zu einer Safety-Car-Phase, bei der das Feld noch einmal eng zusammenrückte. Doch Tung ließ mit einem guten Restart in den letzten Runden nichts mehr anbrennen und sicherte sich seinen zweiten Saisonsieg vor dem Tabellenführer Joey Foster. Hinter Renger van der Zande, der die Ziellinie als Dritter überquerte, konnte sich Nico Hülkenberg noch in der letzten Runde fünf Meisterschaftspunkte für den vierten Platz gutschreiben lassen.
Die Schweizerin Cyndie Allemann (SMS Seyffarth Motorsport) holte als beste Frau im Feld mit dem achten Platz ihren ersten Punkt im Recaro Formel-3-Cup.
Bester Fahrer der Trophy-Wertung (2004er Chassis) wurde wieder einmal Harald Schlegelmilch (LAT) als Fünfter.

Die Meisterschaftsführenden Tung (Mitte – 41 Pkt.) und Nico Hülkenberg (links – 39 Pkt.)

Nico Hülkenberg führt in der Rookiewertung nach sechs Läufen

Im Sonntagsrennen machte es Joey Foster besser. Erst stellte er sein Auto im Qualifying auf die Pole-Position, dann setzte er sich vom Start des Rennens weg an die Spitze des Feldes. Dahinter folgten mit Ho-Pin Tung und Ferdinand Kool die beiden Lola des JB-Motorsport-Teams. Nur der Deutsche Nico Hülkenberg konnte in seinem Dallara-Opel dem Tempo der Spitze folgen. In Runde elf wendete sich für Foster das Blatt. Ein Antriebswellenschaden an seinem Lola-Opel verhinderte einen weiteren Triumph des Briten. So erbte Tung den Sieg und Hülkenberg wichtige Meisterschaftspunkte für den zweiten Platz. Ferdinand Kool komplettierte das Podest mit dem dritten Rang.

Saubere Leistung im zwei Jahre alten Dallara-Opel – Der Lette Harald Schlegelmilch belegte die Plätze fünf und vier

Die Trophy-Wertung gewann Harald Schlegelmilch mit einem beeindruckenden vierten Platz. Er liegt in der Wertung der 2004er Chassis nun 10 Punkte vor Johannes Theobald (Wettenberg/SMS Seyffarth Motorsport)
Ein weiteres Mal wird der Recaro Formel-3-Cup am 28.-30 Juli in der Lausitz ausgetragen. Dann geht es beim „Eastside 100“ im 3,2 Kilometer langen Trioval um den besten Windschatten.

Procar:

Vincent Radermecker aus Belgien wurde seiner Favoritenrolle endlich gerecht

Das Qualifikationstraining zur ADAC-Procar-Serie dominierten die beiden Chevrolet Lacetti des Maurer Motorsport-Teams. Dabei stellte der Belgier Vincent Radermecker seinen Wagen auf die Pole-Position vor seinen Teamkollegen Rainer Bastuck aus Lebach. Dahinter folgten die beiden Toyota Corolla des Plauener Geipel-Teams mit Mathias Schläppi (SUI) und Philip Geipel (Plauen). Doch der Corolla von Philip Geipel streikte schon beim Start zum ersten Lauf und blieb aufgrund eines ausgehängten Querlenkers stehen. Während der Bergung des blockierten Fahrzeugs musste sich der Rest des Feldes hinter dem Safety-Car einreihen. Nach dem Restart des Rennens fuhr Radermecker sicher zum Laufsieg. Mathias Schläppi konnte gegen Rainer Bastuck den zweiten Rang verteidigen.

Mathias Schläppi zeigte im Duell gegen die Chevrolet des Maurer-Teams Einsatz

Im zweiten Lauf setzte sich das Bild aus dem ersten Lauf fort. Die ersten drei Plätze waren wieder von Radermecker, Schläppi und Bastuck belegt. Dahinter kämpfte Philip Geipel mit Rustem Teregulov (RUS) um den vierten Rang. Gegen Ende des Rennens holte der Plauener noch einmal auf und arbeitete sich sogar an das Duo Schläppi/Bastuck heran, aber viele Überrundungen verhinderten ein gefahrloses Überholen. Das Podest aus dem ersten Lauf war also auch das des zweiten Laufs.
In der Meisterschaft liegt nun Radermecker mit 36 Punkten vor Schläppi mit 34 Punkten an der Spitze. Philip Geipel ist mit 19 Punkten Vierter.

Carsten Seifert (Nr. 11) klemmt im Heck von Marcel Leipert – Am Ende des Rennens reichte es noch für Platz vier

Spannenden Motorsport gab es auch in den Markenpokalen. So zum Beispiel in den Rennen des Ford Fiesta ST-Cup. Da konnte der Dresdner Carsten Seifert im Samstagsrennen seinen ersten Saisonsieg feiern. Nach einem Fahrfehler des bis dahin Führenden Sebastian Grunert (Korb) hatte der Meister aus dem Jahr 2004 freie Fahrt und übernahm damit auch die Tabellenführung der aktuellen Gesamtwertung. „Schön, dass es hier bei meinem Heimrennen geklappt hat“ meinte Carsten Seifert. Für das zweite Rennen am Sonntag rechnete er sich ebenfalls gute Chancen aus, allerdings sollte es „von Startplatz sechs nicht so einfach werden“. Ein weiterer Podestplatz, wie schon in den Rennen beim Auftaktwochenende in Oschersleben wäre jedoch ein realistisches Ziel.

„Hier stürmt der Osten“ – Energie Cottbus steigt auf, reicht es auch für den Meisterschaftstitel für Carsten Seifert?

Der Start zum zweiten Lauf gelang Seifert wieder nicht optimal, sodass er sich zunächst hinter seinen Konkurrenten auf Rang fünf einreihen musste. Er profitierte dabei von technischen Defekten bei Ralf Martin (Senden) und Matthias Luger (Weiding). Im Kampf mit Marcel Leipert um Position vier verlor der 25jährige Dresdner jedoch zuviel Zeit auf die Führenden und muss seine Meisterschaftsführung nun mit dem Laufsieger Sebastian Grunert teilen.

Christiaan Frankenhout fliegt zum Doppelsieg

Der Toyota-Yaris-Cup der Saison 2006 stellt sich derzeit als eine rein holländische Angelegenheit dar. Christiaan Frankenhout (NED) baute mit einem Doppelsieg auf dem EuroSpeedway Lausitz seine Meisterschaftsführung aus.

Der polnische Volkswagen Castrol Cup fuhr sein einziges Rennen in Deutschland 2006

Der polnische Volkswagen-Castrol-Cup gab am EuroSpeedway Lausitz ein Gastspiel in der Top-10-Serie. Mit dem 185 PS starken VW Golf TDI fuhr man einen 6-Runden-Sprint und ein 40-Minuten-Rennen mit Pflichtboxenstopp.
Auch der ADAC-Historic-Cup und die HAIGO-Tourenwagen-Serie waren nach dem Saisonauftakt in Oschersleben ein weiteres Mal im Rahmenprogramm der BERU-Top-10 zu sehen.

Andy Jordan

Andy Jordan

andyjordan@motorrennsportarchiv.de

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