Faggioli gewinnt rekordverdächtige Europa-Premiere am Glasbach

Simone Faggioli sicherte sich den neuen Streckenrekord und den Gesamtsieg

Simone Faggioli sicherte sich den neuen Streckenrekord und den Gesamtsieg

Nicht nur das Wetter stellte bei der Premiere der Europa-Bergmeisterschaft auf der Glasbach-Rennstrecke bei Bad Liebenstein neue Rekorde auf. Bei über 30 Grad Lufttemperatur und strahlendem Sonnenschein genossen die zahlreichen Bergrennsportfreunde am Südhang des Rennsteiges einen abwechslungsreichen Renntag, an dem der Streckenrekord (2:20:089) von Otakar Kramsky geradezu pulverisiert wurde.

Marcel Steiner war erfreulich dicht an Bergkönig Faggioli dran

Marcel Steiner war erfreulich dicht an Bergkönig Faggioli dran

Von Berg-Europameister und Seriensieger Simone Faggioli wurde eine neue Bestmarke im ersten Rennlauf erwartetet. Der italienische Osella-Werkspilot und Trainingsschnellste ließ sich in 2:03.747 Minuten die Laufbestzeit gutschreiben. Mit dieser überlegenen Leistung hat Faggioli nun auf allen zur Europameisterschaft gehörenden Strecken den Rekord inne. Lediglich der Schweizer Marcel Steiner konnte das enorme Tempo mitgehen und blieb dem fünffachen Europameister mit acht Zehntelsekunden Abstand auf den Fersen. Mit weiteren vier Sekunden Respektabstand folgten die Nachwuchspiloten Julien Ducommun, David Hauser und Joel Volluz.

David Hauser bewegte den GP2-Rennwagen am Limit

David Hauser bewegte den GP2-Rennwagen am Limit

Spürbar kühler war es zur zweiten Auffahrt der Favoriten, wenngleich das Thermometer nur leicht unter die 30-Grad-Marke fiel. Faggioli verbesserte sich nochmals auf 2:02.162 Minuten, dem neuen absoluten Streckenrekord auf der 5,5 Kilometer langen Glasbachrennstrecke. Auch für Steiner reichte es zu einer neuen persönlichen Bestzeit und einem verdienten zweiten Platz im Gesamtklassement. Beachtenswert war jedoch allen voran die Leistung des erst 23jährigen David Hauser. Als einziger unter den ersten sieben Fahrern der Gesamtwertung vertraut der Luxemburger nicht auf den Spezial-Rennwagen Osella FA30, der eigens für Bergrennen konzipiert und entwickelt wurde. Sein GP2-Rennwagen ist wesentlich diffiziler zu steuern und dennoch gelang Hauser in 2:06.903 Minuten im zweiten Durchgang eine Sensationszeit. Nur Faggioli und Steiner waren an diesem Tag schneller. Diese Laufzeit sicherte David Hauser auch den begehrten dritten Platz auf dem Podest neben den Hauptprotagonisten. Die Eidgenossen Julien Ducommun und Joel Volluz folgten auf den Plätzen. Milos Benes und Guy Demuth beschlossen die Phalanx der Osella FA30 auf den Positionen sechs und sieben. Bester Formel-3000-Pilot wurde Vorjahressieger Václav Janik auf einem Lola.

Jörg Weidinger ließ keinen Zentimeter ungenutzt

Jörg Weidinger ließ keinen Zentimeter ungenutzt

Die Rekordstimmung machte auch vor dem Tourenwagenfeld nicht halt. Der Mann des Tages hieß Jörg Weidinger und war der unerwartete Sieger der Tourenwagengesamtwertung. Weidinger ist als zweifacher Europa-Bergmeister der Tourenwagen zwar kein unbeschriebenes Blatt, der BMW 318i STW, den er zusammen mit Dieter Rottenberger in der Gruppe H des KW-Berg-Cups bis 2000ccm einsetzt, gilt dagegen mit gerade einmal 300 PS nicht gerade als schärfste Waffe. Der Fahrwerksingenieur Weidinger fand aber scheinbar nicht nur ein gutes Set-up, sondern auch den schnellsten Weg durch das Kurvenlabyrinth hinauf zum Rennsteig. Weder der amtierende französische Tourenwagen-Bergmeister Nicolas Werver im Porsche 997 Cup noch Vladimir Vitver im ehemals in der DTM eingesetzten Audi WTTR, konnten Weidingers Geschwindigkeit mitgehen und mussten sich um mehr als zwei Sekunden pro Lauf geschlagen geben.

Tomislav Muhvic gewann seine Klasse und liegt in der Kategorie 1 der Europa-Bergmeisterschaft weiterhin vorn

Tomislav Muhvic gewann seine Klasse und liegt in der Kategorie 1 der Europa-Bergmeisterschaft weiterhin vorn

Nach der erfolgreichen Premiere der Berg-Europameisterschaft in Thüringen stehen die Räder bei der RSG Altensteiner Oberland keinesfalls still. Neben der Feinarbeit am Ablauf der Veranstaltung haben die Männer und Frauen um Marcus Malsch schon eine neue Vision. 2014 soll eine Klasse für alternative Antriebe in das Programm integriert werden.

Gesamtergebnis nach zwei Wertungsläufen 1. WL 2. WL 1. + 2. WL
1. FAGGIOLI Simone I Osella FA30 2:03.747 2:02.162 4:05.909
2. STEINER Marcel CH Osella FA30 2:04.526 2:04.009 4:08.535
3. HAUSER David L Dallara GP2 2:08.531 2:06.903 4:15.434
4. DUCOMMUN Julien CH Osella FA30 2:08.088 2:07.718 4:15.806
5. VOLLUZ Joel CH Osella FA30 2:09.892 2:08.530 4:18.422
6. BENES Milos CZ Osella FA30 2:10.582 2:13.607 4:24.189
7. DEMUTH Guy L Osella FA30 2:12.639 2:11.855 4:24.494
8. JANIK Václav CZ Lola B02/50 2:14.189 2:15.474 4:29.663
9. KRAMSKY Otakar CZ Reynard K13 2:15.631 2:16.041 4:31.672
10. BORMOLINI Fausto I Osella PA30 2:16.058 2:17.117 4:33.175

Andy Jordan

andyjordan@motorrennsportarchiv.de

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.