Fans pilgern wieder zahlreich zum Frohburger Dreieck

Sonnenbaden statt Regenjacke – Die besten Plätze am Frohburger Dreieck stießen beim 49. Rennen wieder auf reges Interesse.

Das 49. Frohburger Dreieckrennen wird wohl als eines der wichtigsten in die Geschichte eingehen. Nach dem völlig verregneten Rennwochenende im vergangenen Jahr und dem damit verbundenen geringen Zuschauerinteresse stand die Zukunft der traditionsreichen Straßenrennstrecke auf dem Spiel. Der MSC Frohburger Dreieck und seine Sponsoren scheuten keine Mühen für die diesjährige Auflage des Rennens und das wurde nicht nur von Petrus mit sonnenreichem Spätsommerwetter honoriert, auch die Zuschauer kamen wieder in Scharen an die Strecke.

IRRC / OPEN Superbike

Die irischen Gäste, wie hier Emlyn Hughes, kamen im Rahmen der IRRC nach Frohburg.

Das Saisonfinale der International Road Racing Championship stand einmal mehr ganz im Zeichen von Didier Grams. In den acht vorangegangenen Läufen des Jahres konnte der Limbach-Oberfrohnaer jeweils die höchste Punktzahl einstreichen. Die Titelverteidigung in Frohburg war eigentlich nur noch Formsache, eigentlich. Die Pole-Position im Training sicherte sich Grams noch völlig souverän und auch die erste Hälfte des ersten Laufs dominierte er nach Belieben. Dann löste sich an der Suzuki jedoch der Ganghebel. Grams schlich die verbleibenden Runden im sechsten Gang um das Dreieck und rettete den glanzlosen 13. Platz ins Ziel. Das sollte reichen um den Titel im zweiten Jahr des Bestehens der IRRC erneut nach Sachsen zu holen. Der Rennsieg fiel an den Belgier Tom van Looy, die Plätze zwei und drei belegten Frank Bakker (NED) und Stefan Holz (Walthersdorf).

Didier Grams feierte Titelgewinn und Rennsieg mit seinen Fans.

v.l. Tom van Looy, Didier Grams, Frank Bakker

Im zweiten Lauf wurden im Suzuki-Müller-Team alle Schrauben fest angezogen und Didier Grams konnte dem Publikum noch einen Heimsieg schenken, der in Grams´scher Manier auf einer ausgiebigen Auslaufrunde auch gebührend gefeiert wurde. Dahinter reihten sich analog zum ersten Lauf van Looy, Bakker und Holz ein. Stefan Holz konnte sich allerdings auf seiner BMW noch einmal steigern und setzte Frank Bakker bis zum Schluss kräftig unter Druck. Zum Podestplatz fehlten dem Erzgebirger am Ende weniger als sieben Zehntelsekunden.

Am Sonntagnachmittag gingen die schnellen 1000er-Piloten nochmals auf die Bahn. Auch hier ließ Didier Grams nichts anbrennen und siegte vor van Looy und Holz.

Supersport/Superstock 600

Thomas Walther (77) und Randy Harmuth (74)

Der Rennausgang in der Klasse bis 600 Kubikzentimeter war nach dem Zeittraining völlig offen. Frank Bakker, der schnelle Holländer aus der IRRC hatte überraschend die Bestzeit vor Favorit Thomas Walther markiert. Ronny Harmuth vom Team Race-Point-Brandt startete erstmals in Frohburg und ist aus der IDM als schneller Pilot bekannt.

Das erste Rennen am Samstagabend musste jedoch nach einem schweren Unfall eines tschechischen Piloten in der ersten Runde auf dem schnellsten Teil der Strecke entlang der B95 abgebrochen werden. Die Supersportmaschinen erreichen auf diesem Streckenabschnitt Spitzengeschwindigkeiten von 250 km/h. Aufgrund der schwere der Verletzungen musste der Rettungshubschrauber zum Einsatz kommen. Lebensgefahr besteht nach Angaben des Veranstalters nicht.

Andreas Brandt freute sich über die erfolgreichen Rennen seines Schützlinges Randy Harmuth und fuhr selbst auf die Plätze acht und sechs.

Der Sonntagslauf der Supersportler ging denkbar knapp an Thomas Walther. Gerade einmal eine Sekunde distanzierte er Frank Bakker. Dritter wurde Randy Harmuth, sichtlich zur Freude von Teamchef Andreas Brandt (Achter). Der abgebrochene erste Lauf konnte nach einem Rennsonntag, der fast ohne Zwischenfälle auskam, noch nachgeholt werden. Und diese Entscheidung der Organisatoren sollte sich für die noch zahlreich entlang der Strecke vertretenen Zuschauer bezahlt machen. Das Spitzentrio Bakker-Harmuth-Walther lieferte sich einen sehenswerten Kampf mit harten Ausbremsmanövern. Als Frank Bakker in der Jugendkurve das Vorderrad wegrutschte, war plötzlich Newcomer Randy Harmuth an der Spitze. In der letzten Runde hatte der junge Mann aus der Nähe des Lausitzringes gegen den erfahrenen Thomas Walther jedoch keine echte Chance. Walther nutzte seine ganze Routine und verwies Harmuth auf einen nicht minder beachtenswerten zweiten Platz. Podestplatz drei ging an Thomas Helldobler.

125ccm / 250ccm

Dirk Heidolf feierte seinen Premierensieg in Frohburg bei den 125ern.

In den Zweitaktklassen bis 125 und 250 Kubikzentimeter wagte sich Dirk Heidolf wieder einmal auf das schnelle Straßendreieck, auf dem er noch nie gewann. Auf den Maschinen des Freiberger Pirate-Racing-Teams hatte der ehemalige WM-Pilot und heutige Teamchef von Sandro Cortese mit Abstand das beste Material zur Verfügung. Im Training der kleinen Klasse bis 125ccm musste Heidolf nach technischen Problemen jedoch dem Zwickauer Eric Keller die Pole-Position überlassen. Der Hohenstein-Ernstthaler startete zudem äußerst verhalten, konnte sich aber schnell wieder an die Spitze arbeiten. Mit fünf Sekunden Vorsprung auf Keller sicherte sich Heidolf schließlich seinen ersten Frohburg-Sieg, Dritter wurde der Freiberger Steffen Grämer.

Wolfgang Schuster (53), Anders Blacha (85) und Björn Markus Gunnarsson (77) im Kampf um Platz zwei

In der Klasse bis 250ccm war die Dominanz Heidolfs noch überragender. Er gewann mit über einer halben Minute Vorsprung auf Wolfgang Schuster, profitierte dabei jedoch vom Ausfall des Trainingszweiten Henrik Voit, der schon nach der Einführungsrunde die Box ansteuern musste. Zudem pilotierte Wolfgang Schuster, nach technischen Problemen an seiner Yamaha im Training, die Honda des Holländers Tonny Wassink, mit der er nur als letzter vom Start wegkam. Schuster konnte sich jedoch wieder nach vorn arbeiten und lieferte sich in der Folge einen spannenden Kampf mit Anders Blacha (DEN) und Björn Markus Gunnarsson (SWE) um die verbleibenden Plätze auf dem Podest. Für den Schweden blieb dabei der undankbare vierte Platz.

International Sidecar Trophy

Schrecksekunde am Start – Nussbaum/Aebischer (10) fahren danach zum Sieg, für Knapton/Miller (48) ist das Rennen beendet

Nach Verzögerungen am Samstag musste der Seitenwagenlauf bei einsetzender Dunkelheit gestartet werden und nach nur drei Runden abgebrochen werden. Es gewannen Ken Knapton/Jason Miller vor Andres Nussbaum/Tobias Aebischer und dem besten Formel-2-Gespann von Eckart Rösinger/Heinz Boneder. Das Hauptrennen am Sonntag führte über die vollen zwölf Runden. Nach einer Startkollision zwischen Knapton/Miller und Nussbaum/Aebischer war das Rennen für die Briten gelaufen. Das Schweizer Gespann Nussbaum/Aebischer blieb mit viel Glück im Rennen und konnte in der Folge mit über einer halben Minute auf das holländische Gespann Marcel und Erik Ritzer den Sieg herausfahren. Auf Platz drei kam wiederum das beste Formel-2-Gespann ins Ziel. Dieses Mal waren es die Österreicher Peter Kimeswenger und Markus Billich.

Rahmenrennen
Der KTM Superduke Battle 2011 ging in Frohburg in seine letzte Runde. Die Rennen gewannen Dirk Schnieders und Stefan Helldobler.

Thomas Müller auf der Kreidler ZM

Fester Bestandteil des Frohburger Rennwochenendes sind die Rennen der 50ccm-Classic-Maschinen. 52 Rennmotorräder zählte der Bienenschwarm, der sich am Samstagnachmittag per Schiebestart in Bewegung setzte. Bert Smit (NED) konnte das Rennen knapp vor Martijn Stehouwer (NED) für sich entscheiden. Den dritten Platz belegte der zweifache Vizeweltmeister dieser Klasse Aalt Toersen (NED). Der Leipziger Lokalmatador Thomas Müller gewann nach Sturz am Samstag den Lauf am Rennsonntag, wiederum vor Stehouwer und Toersen.

Andy Jordan

andyjordan@motorrennsportarchiv.de

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