Ho-Pin Tung setzt sich mit Ovalrennen an der Tabellenspitze ab

Rad an Rad ging es in den beiden Rennen der Formel 3 um den Eurospeedway Lausitz

Packende Rennaction lieferten die Fahrer des RECARO-Formel-3-Cups auf dem Trioval des EuroSpeedway Lausitz. Zu zweit, zu dritt, zu viert ging man mit 250 km/h durch die überhöhten Kurven. Ein in Europa einmaliges Spektakel, dass man sich nicht entgehen lassen sollte. Leider erreichte man nicht das mit 30 Fahrern angekündigte starke Starterfeld. Immerhin 19 Fahrer der aktuellen Meisterschaft stellten sich der speziellen Herausforderung des Saisonhöhepunktes bei dem es neben den fahrerischen Fähigkeiten vor allem auf den besten Windschatten ankommt.

Zeigte keine Angst vor dem Superspeedway – Cyndie Allemann fuhr ihre ersten Podiumsplatzierungen ein

Eine erste Schrecksekunde erlebte der Brite Joey Foster schon im freien Training am Freitag. Der Tabellenzweite des RECARO-Formel-3-Cups verlor im Turn 1 die Kontrolle über seinen Lola-Opel und schlug mit dem Heck in die Begrenzungsmauer ein. Nach einer Untersuchung im Cottbusser Klinikum wurde bei dem 24-jährigen Rookie eine Fraktur des dritten Lendenwirbels festgestellt. Bleibende Schäden konnten die Ärzte bei Foster zum Glück ausschließen.
Nach Fosters Unfall entschied die Rennleitung in Turn 1 eine weiße Begrenzungslinie zu markieren, welche wie die bei der Boxenausfahrt nicht überfahren werden darf. Diese Sicherheitsmaßnahme war eine Folge der lediglich drei Unfälle im letzten und in diesem Jahr, die sich alle an dieser Stelle ereigneten und die Berührung der Curbs zur Ursache hatten.

Im Zeittraining zum ersten Lauf des Wochenendes gelang Cyndie Allemann die schnellste Runde. Die junge Schweizerin vom Querfurter SMS Seyffarth Motorsport Team war mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 247,277 km/h die Schnellste und verwies die JB-Motorsport-Teamkollegen Ferdinand Kool und Ho-Pin Tung auf die Plätze Zwei und Drei. Dahinter reihten sich Allemanns Teamkollege Renger van der Zande und der Altlandsberger Ronny Wechselberger, Schnellster der Trophy-Wertung, ein. Das gegenseitige Windschattenspiel war dabei ein entscheidender Faktor für den Kampf um die Pole-Position.

Die Fahrer des RECARO-Formel-3-Cups mussten im Oval ihre Disziplin beweisen

Das Samstagsrennen des RECARO-Formel-3-Cups entschied der Chinese Ho-Pin Tung für sich. Er ging mit einem Vorsprung von nur 0,108 Sekunden vor Cyndie Allemann über die Ziellinie, die mit dem zweiten Platz ihr bestes Saisonergebnis erzielte. Um ein Haar verpasste Trophy-Fahrer Marcel Schuler einen Podestplatz. Er war nur neun Tausendstel Sekunden langsamer als Renger van der Zande, der das Podium für das Team um Rüdiger Seyffarth perfekt machte. Der Schweizer Rolf Biland überquerte den Zielstrich als Fünfter und unterstrich damit die Leistung der erstaunlich schnellen Dallara-Toyota´s des Schuler-Teams. Lokalmatador Ronny Wechselberger und der Meisterschaftsdritte Nico Hülkenberg konnten das Rennen nach einer Schrecksekunde nicht beenden. Eine Berührung auf der Start- und Zielgeraden fünf Runden vor Schluss ging zum Glück glimpflich ab, erlaubte jedoch keine Weiterfahrt.

Im Qualifikationstraining zum zweiten Lauf des Wochenendes hatte der Niederländer Ferdinand Kool die Nase vorn. Am Samstag wegen Überfahrens der weißen Linie in Turn 1 bestraft sicherte sich Kool am Sonntag die Pole vor dem starken Letten Harald Schlegelmilch, dem es bisher als einzigem Fahrer der Trophy-Wertung gelang einen Lauf zum RECARO-Formel-3-Cup zu gewinnen. In Reihe zwei lauerten Ho-Pin Tung und Nico Hülkenberg im einzigen Ligier-Chassis auf ihre Chance.

Das Siegerpodest des zweiten Laufes – Harald Schlegelmilch, Ferdinand Kool, Cyndie Allemann (v.l.)

Der zweite Lauf gestaltete sich von Begin an völlig offen. In Runde 14 musste das Feld durch das Safety-Car eingefangen werden. Schmutz auf der Strecke machte die Zusammenführung der Fahrer notwendig. Die letzten Zehn Minuten des Rennens konnte man sich um einen packenden Kampf um den Laufsieg gefasst machen. Mit ganz vorn dabei waren auch die SMS Seyffarth Motorsport-Piloten Renger van der Zande und Cyndie Allemann, die sich nach ihren Trainingsplatzierungen neun bzw. elf wieder in die Spitzengruppe kämpfen konnten. Den Sieg fuhr jedoch der Holländer Ferdinand Kool ein. Nur 17 Tausendstel Sekunden dahinter war es Harald Schlegelmilch, der als Zweiter und damit schnellster Fahrer der Trophy-Wertung abgewunken wurde. Cyndie Allemann holte sich mit dem dritten Platz ihren zweiten Podestplatz des Wochenendes. Renger van der Zande folgte ihr auf Position vier, noch vor dem Slowaken Leonardo Valois und Ronny Wechselberger, der sich in der letzten Runde mit 47,296 Sekunden einen Zusatzpunkt für die schnellste Rennrunde sicherte. Ho-Pin Tung kämpfte bis zum Schluss mit um den Sieg, wurde aber im letzten Umlauf durch einen kleinen Fehler bis auf Position Sieben zurückgereicht, bleibt aber im Gesamtklassement in Führung.

Jochen Mass drehte im 2005er Dodge-Nashcar einige Demorunden – Für das nächste Jahr plant er eine europäische Serie mit den V8-Ungetümen, die den Ovalsport am Eurospeedway Lausitz weiter aufwerten soll

Die Meisterschaft wird in diesem Jahr wohl an den in den Niederlanden lebenden BMW-Schützling Ho-Pin Tung gehen. Mit Joey Foster verlor er seinen stärksten Verfolger in der Punktetabelle. Ferdinand Kool hat auf Tabellenrang drei bereits 27 Punkte Rückstand und besitzt damit nur noch eine theoretische Chance auf den Cupsieg.

Die Gewinner der Freikartenverlosung waren Volker Hertzsch (Weißenborn), Steffen Voigt (Chemnitz) und Kai Walter (Döbern). Herzlichen Glückwunsch.

Andy Jordan

Andy Jordan

andyjordan@motorrennsportarchiv.de

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.