IDM 2006 geht mit Sachsenring-Wochenende in die Schlussphase

Eng ging es auf dem Sachsenring nicht nur bei den Superbikes zu

Mit dem vorletzten Rennwochenende der IDM 2006 gehen nun auch die Titelvergaben in den Klassen bis 125 Kubikzentimeter und Superbike in die heiße Phase. 15.600 Zuschauer erlebten die Rennen am Sachsenring, bei denen sich die Meisterschaftsanwärter auf der schwierigen Berg- und Talbahn messen mussten.

IDM Superbike

Jörg Teuchert geht zu Beginn des zweiten Laufes in beeindruckender Manier über das Wasser

Nach dem Regenpoker auf der Schleizer Naturrennstrecke hatten es die Superbiker auf dem Hohenstein-Ernstthaler Grand-Prix-Kurs nicht besser.
Im ersten Rennen sollte es noch trocken bleiben, doch ein Sturz in der engen ersten Kurve sorgte zunächst für einen Abbruch in der ersten Rennrunde. Öl war auf der Strecke, welches vor dem Re-Start erst beseitigt werden musste. Mit etwas Verspätung gingen die Fahrer in die 20-Runden-Hatz.
Von der Pole startete Martin Bauer, der im letzten Jahr an selber Stelle einen überragenden Doppelsieg feiern durfte. Der Österreicher setzte sich im Qualifikationstraining gegen Andreas Meklau, Michael Schulten und Roman Stamm, die in dieser Reihenfolge die erste Startreihe komplettierten durch. Aus der zweiten Startreihe war es jedoch Jörg Teuchert, der seine Yamaha R1 am besten vom Start weg brachte. Zusammen mit Teuchert führte Martin Bauer das Feld durch die ersten Runden. Dahinter lauerten die Verfolger um Meisterschafts-leader Andreas Meklau und Michael Schulten. Wenige Runden vor Schluss rückte das Feld noch einmal eng zusammen und Andreas Meklau gelang es an die beiden Führenden heranzukommen. Teuchert spielte im Kampf um den Sieg seine Routine aus und ging in der letzten Runde an Bauer vorbei. Teuchert, Bauer und Meklau, die in der Meisterschaft nur durch acht Punkte getrennt waren gingen innerhalb von nur sieben Zehntelsekunden über den Zielstrich. Jörg Teuchert übernahm mit seinem fünften Saisonsieg die Meisterschaftsführung von Meklau, der hinter Martin Bauer auf Rang drei ins Ziel kam.

Außer der Pole-Position und dem zweiten Platz im ersten Lauf gab es für Martin Bauer nichts zu holen – Neben einem Ausrutscher im zweiten Zeitraining verlor er seine Meisterschaftschancen und fiel im zweiten Rennen aus

Neben Jörg Teuchert der heißeste Kandidat auf den IDM-Superbike-Titel – Andreas Meklau

Einsetzender Regen kurz vor dem Start zum zweiten Lauf sorgte für einen weiteren Startabbruch. Nach einem zehnminütigen Regentraining wurde der auf 17 Runden gekürzte zweite Lauf als Wet-Race gestartet.
Wie schon im Regenrennen von Schleiz suchte Jörg Teuchert sein Heil in der Flucht. Er fand am schnellsten das Limit und war ganze 10 Sekunden schneller als der Rest des Feldes. Erst nach einem Rutscher im Omega nahm er Geschwindigkeit raus und hielt den Abstand konstant. Die beiden Suzuki-International-Europe-Fahrer Roman Stamm und Andreas Meklau folgten mit großem Abstand auf Position zwei und drei. Die sichere Führung von Jörg Teuchert war nie in Gefahr, sodass sich der Supersport-Weltmeister aus dem Jahr 2000 einen weiteren Sieg und damit die volle Punktzahl in der Meisterschaft gutschreiben lassen konnte. Roman Stamm rettete „dank der Überrundungen“ den zweiten Platz vor einem stark fahrenden Markus Wegscheider ins Ziel. Andreas Meklau verlor mit Rang vier wichtige Zähler. Martin Bauer sah die Zielflagge leider nicht und besitzt damit nur noch schlechte Meisterschaftschancen. In der Meisterschaft liegt Teuchert nun mit 218 Punkten in Führung. Andreas Meklau hat bei noch zwei ausstehenden Läufen 15 Punkte Rückstand.

Der erst 19jährige Matthias von Hammerstein aus Eisenach fuhr mit Rang 11 im zweiten Lauf in die Punkteränge

Für eine Überraschung sorgte der junge Eisenacher Matthias von Hammerstein, der mit Platz elf im zweiten Lauf seine ersten IDM-Punkte einfuhr.
Didier Grams aus Limbach-Oberfrohna fuhr bei seinem Heimrennen im ersten Lauf mit Platz 15 in die Punkte. Im zweiten Lauf erreichte er das Ziel nicht.

IDM 125:

Sieg beim Heimspiel – Georg Fröhlich setzte sich im aufregenden IDM-125-Lauf gegen starke Konkurrenz durch

In der IDM 125 ging es so spannend zu wie schon lange nicht mehr. Bereits im Training gelang es dem Meisterschaftsführenden Robin Lässer nur knapp eine weitere Pole-Position für das Red Bull-ADAC-KTM-Junior-Team einzufahren. Auf Platz zwei lauerte schon der Wechselburger Georg Fröhlich auf der Honda des niederländischen Abbink-Teams. Mit Eric Hübsch auf Startplatz vier war ein weiterer Lokalmatador in der ersten Startreihe vertreten.
Das Rennen bestimmte zunächst Georg Fröhlich, der das Feld dicht gefolgt vom Schweizer Dominique Aegerter (ADAC Sachsen Junior Team Freudenberg) anführte. „Ich habe es ruhig angehen lassen“ meinte Fröhlich nach dem Rennen. Robin Lässer wartete auf der dritten Position auf seine Chance. Aufgrund der ständigen Positionskämpfe gelang es dem Trio jedoch nicht sich entscheidend abzusetzen.

Endstation Kurve 1 – Für Patrick Unger ist sein erstes Rennen nach langer Verletzungspause schon vorzeitig beendet

Georg Fröhlich erntete nach 14 Runden den verdienten Sieg und lies auch in der heißen letzten Runde gegen den Zweiten Aegerter nichts mehr anbrennen. Ausgerechnet der französische Gastfahrer Clement Dunikowski griff in der letzten Kurve in den Kampf um die Titelvergabe ein. Eine Berührung mit KTM-Pilot Lässer riss beide zu Boden und bescherte Igor Kalab den dritten Platz.
Eric Hübsch rutschte durch Lässers Sturz ebenfalls noch auf die vierte Position nach vorn. Sascha Hommel und Toni Wirsing komplettierten mit den Rängen sechs und sieben die sächsische Bilanz. Patrick Unger stürzte bereits in der ersten Kurve, für Sebastian Eckner, der zuletzt gute Leistungen zeigte war das Wochenende bereits im Qualifikationstraining beendet. Er stürzte und bekam aufgrund einer Gehirnerschütterung keine Starterlaubnis für den Sonntag.

IDM Supersport:

Einmal mehr eine Klasse für sich – Arne Tode auf dem Weg zum siebenten Sieg in Folge

Vizetitel fest im Visier – Mit Platz 2 beim Heimrennen auf dem Sachsenring untermauerte Rigo Richter seine Ambitionen

Bei den Supersportlern war der frisch gebackene IDM-Meister Arne Tode im Training wieder einmal überragend schnell. Der Ex-Glauchauer sicherte sich die Pole-Position vor dem Hohenstein-Ernstthaler Rigo Richter mit über einer halben Sekunde Vorsprung.
Das Rennen bestimmte Tode von vorn. Der alpha-Technik-Pilot fuhr seinen Konkurrenten Sekunde um Sekunde auf und davon. Richter, der sich nach dem Start erst an Jesco Günther und René Mähr vorbeikämpfen musste hatte keine Chance die vier Sekunden Rückstand aufzuholen. Zwar war der Heimsieg sehr verlockend, doch einen Sturz wollte der 36jährige nicht mehr riskieren. Der Supersport-Sieg wurde damit wiederum zur Beute für Arne Tode, der damit seinen siebenten Saisonsieg einfuhr und nun in Hockenheim den achten Sieg im achten Rennen der Saison 2006 fix machen könnte.

IDM Sidecar:

Jörg Steinhausen und Axel Kölsch – Nach dem Sieg am Sachsenring sind sie jetzt auch wieder Kandidaten um den Vizetitel

Die bereits seit dem Lauf in Schleiz als Meister feststehenden Markus Schlosser und Bernhard Wagner haben für den Sachsenring eine neue Herausforderung gefunden. Jörg Steinhausen ist mit seinem Copilot Axel Kölsch zurück in der IDM und man war gespannt, ob das österreichisch-schweizerische Gespann das Duell mit dem Vize-Meister wieder für sich entscheiden kann. Im Training waren Schlosser/Wagner um eine Zehntelsekunde schneller als Steinhausen/Kölsch und sicherten sich damit die Pole-Position.
Am späten Sonntagnachmittag gingen die Dreiradartisten dann auf einer abtrocknenden Strecke ins Rennen. Nach einer Runde folgte aber schon der Abbruch mit der roten Flagge. Stefan Kiser hatte sein Gespann im Kiesbett geparkt. Der zweite Start erfolgte problemlos. Steinhausen/Kölsch setzten sich schon nach wenigen Runden an die Spitze und gaben diese bis zum Ziel nicht wieder her. Schlosser/Wagner folgten mit sechs Sekunden Rückstand auf Platz zwei.
Der Sachse Uwe Göttlich kam nach einem Dreher nur als Zwölfter ins Ziel. Axel Spalteholz aus Nerchau und Gerd Görlich holten mit Platz 15 noch einen Meisterschaftspunkt.

Cup-Klassen:
Mit einem weiteren Sieg im Hyosung GT 650 RR-Cup hat Lars Reichelt beste Chancen auf den ersten Cup-Sieg. Vor dem letzten Lauf in Hockenheim liegt er 16,5 Punkte vor Christian Klipfel, der auf dem Sachsenring Platz zwei belegte. Dritter wurde Dominik Vincon.
Im ADAC Junior Cup machte Sebastian Kreuziger das Rennen. Der Lauf musste nach 10 Runden abgebrochen werden, da Daniel Kartheiningers Motorrad nach einem Sturz auf der Bergab-Passage Richtung Sachsenkurve auf der Strecke liegen geblieben war. Kartheininger wurde hinter Tim Böhringer noch als Dritter gewertet.

Michael Götz lies es nach seinem unerwarteten Sieg ordentlich qualmen

Der bereits als Meister im Yamaha-Cup feststehende Pascal Eckhardt dominierte auch das Rennen auf dem Sachsenring. Doch in der letzten Runde patzte Eckhardt und flog ins Kiesbett. Michael Götz erbte den Sieg vor Kenny Tirsgaard und Dominic Hyna.

Andy Jordan

Andy Jordan

andyjordan@motorrennsportarchiv.de

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