„Robert, Du wirst uns fehlen“

Robert Dunlop (1960-2008)

Ein weiterer schwarzer Tag für die vielen Freunde des Real-Road-Race-Sports ist der Donnerstag, 15. Mai, als mit Robert Dunlop ein weiterer Großer des Motorradrennsports von der Bühne des Lebens gehen musste. Mit Martin Finnegan, der beim Tandragee 100 Anfang Mai tödlich verunglückte, hatte der Irische Straßenrennsport bereits in den letzten Wochen einen schweren Verlust zu beklagen.

2004 zusammen mit Thomas Walther (links) und Ian Lougher (rechts)

Sehr zuversichtlich blickte Robert Dunlop dem Event North-West 200 entgegen, doch im zweiten Training wurde der 47jährige Bruder des berühmten 26fachen TT-Sieger Joey Dunlop durch einen Unfall jäh aus unserer Mitte gerissen.
Robert bestritt in seiner Laufbahn, die 1979 begann, erfolgreich Events der Isle of Man, wie TT, Manx Grand Prix und Southern 100. Er gewann 1989 den Macau Grand Prix. Bis heute hält er den Rekord von fünfzehn North-West-200-Siegen. Er war erfolgreich beim Ulster Grand Prix und mehrfacher Gewinner der „Irish Road Race Championships“.

Am Start zum Frohburger Dreieckrennen 2007

Für viele Fans war es ein besonderes Erlebnis den ruhigen und sympatischen Robert Dunlop zu den Frohburger Dreieckrennen „Joey Dunlop Open“ der Jahre 2004 und 2007 begrüßen und erleben zu können. Im Gedenken seines im Jahre 2000 verunglückten Bruders gewann er 2004 das 125er Rennen vor dem Schleizer Thomas Walther und dem Waliser Ian Lougher. Im vorigen Jahr wurde Robert zum Frohburger Rennen auf seiner KES-Aprilia 125 Fünfter. Seine Söhne William und Michael machten ihn in den letzten Jahren zu einem besonders stolzen Vater. In Frohburg 2007 gewann William das zweite Open-Rennen, Michael belegte den zweiten Platz bei den 250ern.

Dunlop hatte in seiner Karriere schon viele Unfälle erleben müssen und war trotz schwerer Verletzungen letztendlich immer das Steh-auf-Männchen. 1994 überlebte er einen schweren Sturz auf der TT nur knapp und musste fortan mit einem verkürzten Bein und Schmerzen leben. Als viele schon an das Ende seiner Karriere glaubten gab er 1996 beim „Cookstown 100“ sein Comeback. Das 125er Rennen gewann Bruder Joey, Roberts neunter Platz wurde von den Fans wie ein Sieg gefeiert. Die Folgen seines schweren Unfalls erlaubten ihm nur noch die kleinen 125er zu fahren. 2004 gab Robert seinen vorläufigen Rücktritt vom Rennsport bekannt, um sich künftig um die Karrieren seiner Söhne zu kümmern. Ein Jahr später, nachdem er sein Bein erneut brechen und verlängern ließ, gab er sein zweites Comeback, denn für Robert gab es nichts schöneres als den Reiz und den Nervenkitzel zu erleben, wenn er auf seinem Rennmotorrad sitzt.

Robert auf der Aprilia beim „Joey Dunlop Open“ in Frohburg

Im Training zur North-West 200 am 15. Mai ging Robert auf Zeitenjagd, als seine 250er-Maschine vor der schnellen Rechts „Mathers Cross“ fest ging. Darren Burns hatte keine Chance dem auf der Straße liegenden Dunlop auszuweichen. Kurz nach 22 Uhr starb Robert im Causeway Hospital. Auch Burns verletzte sich bei seinem Sturz schwer.

In Abstimmung mit der Familie Robert Dunlops und den Sponsoren des Events beschloss Rennleiter Mervyn Whyte die Durchführung der Rennen. Michael und William Dunlop hatten sich beide mit ihren 250er-Maschinen für die erste Reihe qualifiziert. Nach der Einführungsrunde beschloss William nicht zu starten, doch Bruder Michael rollte mit der Honda des Team Pirate-Racing von Rico Mendel (Freiberg) und Norman Rank (Schleiz) an den Start! Eigentlich sollte Joshua Sommer mit diesem schnellen Bike die Europameisterschaft fahren, als der Deal platzte sicherte sich Michael Dunlop die Unterstützung des deutschen Teams.
In einem an Spannung nicht zu überbietenden Rennen kämpfte Michael gegen keinen geringeren als Christian Elkin, dem Vorjahressieger und John McGuiness, dem derzeit schnellsten Mann auf der TT. Denkbar knapp errang Michael Dunlop den bisher größten Sieg seiner Karriere unter vielen Emotionen. Es war mehr als nur ein Rennen.

Robert wäre stolz auf ihn gewesen!

Rainer Roßdeutscher

R.Rossdeutscher@web.de

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