80 Jahre Sandbahn Leipzig-Panitzsch

Ein Tankstellenmuseum und ein Sandbahnrennen – was hat das mit Straßenrennsport zu tun?

v.l. Walter Tripke (Sandbahnfahrer), Frank Altner (Tankstellenmuseum), Dietmar Tripke (Speedwayfahrer), Harry Gusinde (Seitenwagenfahrer), Gerhard Otto (Geschichte Trabrennbahn)

Bis weit in die 1950er Jahre wurden auf sogenannten Langbahnen (meist Pferderennbahnen mit Sand- oder Grasbelag) und auf Radrennbahnen (Holz oder Zement) mit normalen Straßenmaschinen Rennen absolviert. So habe ich mich entschlossen, diese Veranstaltungen bis 1960 mit in die Rennstreckendatenbank aufzunehmen. Mit der Spezialisierung auf Kurzbahnen (Speedway) wurden auch die Motorräder spezialisiert und auf der einzig verbliebenen Grasbahn, dem Teterower Bergring, fahren heutzutage auch nur noch Spezialmotorräder.

Die Panitzscher Trabrennbahn ist heute nicht mehr existent

Die Bahn in Panitzsch war ebenfalls eine kombinierte Pferde- und Motorradrennbahn und am 8. Juni 1930 wurde hier das erste Motorradrennen ausgetragen. Der erste Sieger war Fleischmann (Nürnberg). Nach dem Krieg schrieben sich unter anderem Kaute (Dresden), Lenssen (Zeitz) und Richter (Dessau) in die Siegerlisten. Kurt Ahrens, späterer Automobilrennfahrer, wurde 1952/53 mehrfach Zweiter mit einer 350er Jap. Alles gestandene Straßenfahrer. In den Seitenwagenklassen ging fast die gesamte Straßenelite an den Start. Und 1951 gab es das einzige Kleinwagenrennen (Formel III) auf dieser Bahn mit Willy Lehmann (Bitterfeld) als Sieger.
Die Gebäude der Bahn haben eine weitere interessante Geschichte aufzuweisen, so unter anderem als TBC-Heim, als Geflügelverarbeitungsbetrieb oder als Standort der GST-Ausbildung.

Tankstellenmuseum

Nun gibt es in Borsdorf bei Leipzig einen engagierten Sammler von Tankstellentechnik, Frank Altner, und einen weiteren Historiker, der sich mit der Geschichte der Panitzscher Bahn und des Leipziger Stadtparkrennens befasst, Gerhard Otto. So hat es sich ergeben, dass eine Sonderausstellung über die Panitzscher Trabrennbahn jetzt im Tankstellenmuseum Borsdorf zu sehen ist. Das Tankstellenmuseum ist nach telefonischer Abstimmung (0177-5002148 / www.ts-museum.de) für den symbolischen Preis von 2,- Euro zu besichtigen und auch Herr Otto erläutert gern auf Anfrage die Geschichte der Rennbahn auf Tafeln mit hunderten Fotos und Zeitdokumenten, wie Zeitungsartikel, Programmheften, Eintrittskarten und anderem.
Oder man kommt einfach zum jährlich stattfindenden Sommerfest, wo man möglicherweise auch den einen oder anderen Rennfahrer treffen kann. Das diesjährige war das Vierte und hatte laut Veranstalter über 300 Besucher zu verzeichnen.

Mike Jordan

Mike Jordan

mikejordan@motorrennsportarchiv.de

Kommentar (1) Schreibe einen Kommentar

  1. Grüße aus dem Erzgebirge ich bin im Besitz einer mz geländesport die 1968 auf den Motorsportklub 7101 Panitzsch zugelassen war vielleicht haben Sie noch Fotos von damals es wäre schön wenn Sie sich mal bei mir melden telefonisch oder per Mail. 01723618545 danke Auerbach Silvio

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