Staraufgebot in der Lausitz

Mit zwei sensationellen Neuzugängen kamen die ADAC GT Masters zum dritten Saisonwochenende auf den Lausitzring. Der spanische Ex-Formel-1-Fahrer Jaime Alguersuari wird den Rest der Saison einen zweiten ROWE-Mercedes steuern. Bei Abt-Audi bekam Markus Winkelhock mit Rallye-Weltmeister Sébastien Ogier bereits seinen dritten Teampartner für diese Saison an die Seite gestellt. Der schnelle VW-Werksfahrer war in Oschersleben noch als Zuschauer bei Prosperia C. Abt Racing zu Gast. Nur vier Wochen später saß er nun selbst in einem der Audi R8 LMS ultra. Im freien Training konnte Ogier aufgrund technischer Probleme nur wenige Runden fahren, was das spontane Debüt des Franzosen zusätzlich erschwerte.

ADAC-GT-Masters:

Für das fünfte Saisonrennen am Sonnabend sicherte sich Daniel Keilwitz in der Callaway-Corvette die Pole-Position. Der amtierende Meister gewann auch den Start, doch hinter ihm brachte Maximilian Buhk schon den Mercedes SLS von H.T.P.-Motorsport mit einem hervorragenden Start in Position. Während die Positionen vorn zunächst bezogen waren, wurde im Mittelfeld hart um die Plätze gekämpft. Dabei kamen sich die Audi R8 von kfzteile24 APR Motorsport und Prosperia C. Abt Racing gegenseitig in die Quere. Erst versuchte sich der junge Kelvin van der Linde vergeblich am 100er-Audi und drehte sich, dann war Daniel Dobitsch zu spät auf der Bremse und schoss Markus Winkelhock ab. Auch beim Farnbacher-Team lief nicht alles rund. Philipp Frommenwiler und Sebastian Asch lagen lange auf einer aussichtsreichen Position, mussten den 911er aber später mit technischen Problemen an der Lenkung abstellen. Daniel Keilwitz, der die Roller-Corvette in führender Position an Chevrolet-Werksfahrer Oliver Gavin übergeben konnte, machte unterdessen einen tadellosen Job.

Buhk/Götz

Buhk/Götz

Gavin würgte den Wagen allerdings nach dem Boxenstopp ab, so dass Maximilian Götz im von Teamkollege Buhk übernommenen Mercedes SLS in Führung gehen konnte. Die beiden derzeitigen Führenden der FIA Blancpain Sprint Series ließen sich das Rennen in der Folge nicht mehr nehmen und fuhren, nach dem Auftakt in Oschersleben, den zweiten Saisonsieg ein. Oliver Gavin drehte sich bei der Jagd nach der verlorenen Spitzenposition und fiel bis auf den fünften Platz zurück. Es war wohl nicht sein Tag, doch mit einer guten Aufholjagd zeigte der Brite Kampfstärke und fuhr wieder bis auf den dritten Platz nach vorn. So verlor man durch den Dreher am Ende nur den zweiten Platz an Robert Renauer und Norbert Siedler im Herberth-Porsche.

Hürtgen/Baumann

Hürtgen/Baumann

Der zweite Lauf in der Lausitz begann schon in der Startphase mit einem wild auseinanderdriftenden Feld zwischen der Boxenmauer und der Mauer des Triovals. So gerieten dann auch im ersten Eck Oliver Gavin und Norbert Siedler an dritter und vierter Stelle liegend aneinander und fanden sich an letzter Position beziehungsweise an der Box wieder. Jeroen Bleekemolen konnte sich zunächst mit seiner Corvette Z06.R GT3 die Führungsposition sichern. Jedoch kurz darauf ging Dominik Baumann im BMW Z4 des PIXUM Team Schubert vorbei und übergab den Wagen in Führung liegend an seine Teampartnerin Claudia Hürtgen. Die routinierte Aachenerin gab die Spitze bis ins Ziel nicht mehr ab. Damit war der erste BMW-Saisonsieg perfekt. Kelvin van der Linde und Rene Rast, Sieger des zweiten Laufes in Oschersleben, sicherten sich ungefährdet den zweiten Platz.

Ragginger/van Lagen

Ragginger/van Lagen

Der Tabellenführer Jaap van Lagen konnte mit Partner Martin Ragginger im Porsche 911 GT3 R auf einem dritten Platz seine Führung mit sechs Punkten verteidigen. Hinter einem weiteren Porsche von Frommenwiler/Asch kam es in der Schlussrunde zur Kollission von Maximilian Buhk und Toni Seiler, der sein Auto als Totalschaden bezeichnete. So hagelte es dann auch nach dem Rennen noch diverse Strafen. Buhk und Hamprecht werden wegen der Verursachung von Unfällen beim nächsten Rennen auf dem Red-Bull-Ring in der Startaufstellung fünf Plätze nach hinten versetzt und Albert von Thurn und Taxis erhielt nach dem Rennen noch 30 Sekunden aufgebrummt, was ihm Platz 14 einbrachte, anstelle der erzielten achten Position. Für Spannung ist in diesem Feld gesorgt. Nach drei weiteren Rennen trifft man sich vom 19.-21. September am Sachsenring zum vorletzten Event 2014.

ADAC Formel Masters:

Nachdem das Lotus-Team in den ersten beiden Läufen in der Lausitz überhaupt nicht zum Zug kam, konnte man im dritten Lauf einen Dreifacherfolg einfahren. Denis Marschall kam zu seinem Premierensieg, Luis-Enrique Breuer das erste Mal aufs Podium und Ralph Boschung von der letzten Startposition auf Platz 3. Die Siege in den beiden ersten Rennen teilten sich Marvin Dienst und Maximilian Günther vom ADAC Berlin-Brandenburg. Jensen, der im dritten Lauf ausfiel, aber zuvor zweimal Dritter wurde, kann noch mit zwei Punkten Vorsprung vor Günther die Gesamtführung behalten.

Denis Marschall fuhr seinen ersten Sieg ein.

Denis Marschall fuhr seinen ersten Sieg ein.

ATS Formel 3 Cup:

Markus Pommer ist in dieser Saison nicht zu bremsen. Nach zwei Siegen in Oschersleben gab es wiederum zwei Siege auf dem Lausitzring. Dabei hatte er jedoch im dritten Lauf ein leichtes Spiel. Da der Pole-Sitter Sam MacLeod zu Beginn der Einführungsrunde nicht von seinem Platz wegkam, konnte auch sein Hintermann, der Niederländer Indy Dontje nicht losfahren. Beide mussten sich zum Start hinten anstellen, die beiden Plätze neben Pommer blieben leer und er hatte somit freie Fahrt. Das erste Rennen wurde von drei Rookies beherrscht. Obwohl MacLeod nach dem Training einige Plätze nach hinten versetzt wurde, gewann er vor Dontje und Sylvest. MacLeod und Dontje könnten bei eigener Leistungssteigerung noch Spannung in Kampf um die Meisterschaft bringen.

ADAC Procar:

Steve Kirsch

Steve Kirsch

Heiko Hammel auf Ford Fiesta ST heißt der Zweifachsieger in der Divison 1 der ADAC-Procar-Serie. Ebenfalls einen Doppelsieger gab es in der Division 2 der 1,6-Liter-Saugmotoren zu vermelden. Hier war es Alexander Rambow auf Peugeot 2007 Sport. Lediglich in der Gruppe der Mini-Challenge-Fahrzeuge waren mit Thomas Tekaat und Steve Kirsch zwei Sieger auf dem Podest. Nach dem Doppelsieg im verregneten Zandvoort führt hier Tekaat vom Besaplast Team Dombeck in der Meisterschaft vor Kirsch vom ADAC Sachsen/Frensch Power Motorsport.

VW Castrol Cup Poland

VW Castrol Cup Poland

Ein Highlight im Rahmenprogramm war der Volkswagen Castrol Cup Poland. Die rassig klingenden VW Golf mit einem internationalen Fahrerfeld kombiniert ergaben sehenswerten Motorsport für die Besucher. Zweifachsieger war hier der Litauer Robertas Kupcikas. Die historischen Formelfahrzeuge und Tourenwagen der HAIGO-Serie ergänzten das Programm wie gewohnt.

Mike Jordan

Mike Jordan

mikejordan@motorrennsportarchiv.de

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